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Zuckerfiederei. Rübenzucker. Die Pfannen.
Gegenwärtig verfährt man mehr vorbeugend; man will die VeränderungD°r,»m-rkimg.des Zuckers nicht nur verbessern, nachdem sie geschehen ist, sondern derselbenmöglichst zuvorkommen, geleitet von der Ansicht: daß der Gewinn und dieAusbeute um so größer sind, je weniger fremde Stoffe bei der Concentrationdes Saftes, beim Abdampfen sowohl als beim Verkochen, zugegen sind, und daßeine Verminderung dieser Stoffe durch einen Mehraufwand von Knochenkohlekeineswegs zu theuer erkauft ist. Das ganze Streben geht darauf hinaus, denSaft so rein in die Pfannen zu bringen, als es die Umstände möglich machen;weil man aber erkannt hat, daß die freien Alkalien oder der freie Kalk, denRohrzucker nicht angreifen, sondern sogar vor Veränderung schützen, so suchtman dem Saft seine Alkalinität zu erhalten, so lange, als man noch Aussichthat, die freien Basen von der Einmischung in das fertige Fabrikat abzuhalten,dessen Geschmack sie verderben. Die Beseitigung der freien Basen geschieht mitKnochenkohle. Könnte man den Saft unmittelbar vor der Krystallisation siltriren,so würde man bis dahin warten; allein der krystallisationsfähige Syrup ist viel zudick, als daß man ihn ohne Zeitverlust und andere Nachtheile noch durch die Filterbringen könnte. Man kann also die Entfernung der Basen durch die Kno-chenkohlensilter nicht so lange verschieben, sie muß im Gegentheil kurz vor demZeitpunkt vorgenommen werden, zu welchem der Saft aufhört, bequem siltrir-bar zu sein. Das neuere allenthalben angenommene Verfahren hält darumeinen (von dem früheren gänzlich verschiedenen) Gang ein, welchen man ausdem folgenden Schema am besten übersehen wird, welches sämmtliche Opera-tionen zwischen der Läuterung und der Krystallisation umfaßt:
Unmittelbare Filtration des geläuterten Saftes durch Knochenkohle.
Abdampfen des einmal filtrirten Saftes.
Zweite Filtration durch Knochenkohle.
Verkochen des Syrups zum Krystallisationspunkt.
Wenden wir uns vorher zur Einrichtung der Siedepfannen und Filter.
Die Siedepfannen.
Sämmtliche Veränderungen des Zuckers, zu welchen die Läuterung dieVeranlassung nicht beseitigt oder gar gegeben hat, entwickeln sich während derLammten Eoncentration des Saftes, d. h. während der ganzen Zeitdauer,Ehrend welcher der Zucker diesen Veranlassungen in höheren Temperaturen^isgegeben ist. Sie greifen um so leichter Platz, je mehr Zeit und je höhere^Rperatur ihnen geboten ist. Die Temperatur, bei welcher die Zuckerlösungentl den verschiedenen Concentrationsgraden sieden, bewirkt an und für sich nurMerkliche Veränderungen des Zuckers, aber sie unterstützt die Stoffe wesent-welche solche veranlassen, besonders wenn nicht hinreichend Alkali vorhan-ist. Wenn es nun auch im Allgemeinen richtig steht, daß der Zucker amjfan geschont wird, je rascher die Verdampfung und bei je niedrigerer Tem-sie vor sich geht, so hat doch die sehr übertriebene Meinung von der^ädlichkeit dieser Einflüsse die Folge gehabt, daß man glaubte, durch Ver-