Band 
Zweiter Band.
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222 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthfchastl. Gewerbe.

besserung der Siedeeinrichtungen den großen Verlust an krystallisirbarem Zucker,mehr, als durch andere Verbesserungen verhindern zu können. So hat sich dennseit einer Reihe von Jahren der Scharfsinn der Sachkundigen mit diesem Pro-blem beschäftigt und eine Unzahl von patentisirten Erfindungen gefördert, diekaum zu übersehen ist.

Wir können unmöglich, ohne gegen den Zweck und den Raum dieses Wer-kes, sowie gegen die Geduld der Leser zu sündigen, diese Erfindungen in allerVollständigkeit erwähnen. Im Interesse der Leser ziehen wir es daher vor, diePrincipien derjenigen Apparate in möglichster Schärfe darzulegen, die mehrals vorübergehende Erscheinungen waren — und eine ausführlichere Beschrei-bung der wenigen zu geben, welche bleibenden Werth bewiesen haben.

Princip der Alle bezwecken: Zeitersparniß, Erniedrigung der Siede-Temperatur desi§il,r"ich!ung. Saftes, Brennstoffersparniß und endlich Sicherheit und Bequemlichkeit derOperation. Sie lassen sich dem Principe nach in folgender Weise scheiden:

1. Verdampfung unter gewöhnlichem Luftdruck, und zwar:

A. Heizung mit freiem Feuer.

a) Feststehende Pfannen,

b) Schaukelpfannen.

B. Heizung mit gespanntem Dampf.

a) Unterbrochen oder periodisch arbeitende,

b) Eontinuirlich arbeitende,

c) Verdampfung mittelst Hindurchtreiben von warmer Lustdurch die Flüssigkeit befördert.

2. Vacuumpfannen. Sieden des Saftes unter verminderetem Luftdruck. Dampfheizung.

A. Vacuum durch die Luftpumpe erzeugt.

B. Vacuum, durch die Toricellische Leere,

C. Vacuum mittelst eines Dampfstrahles erzeugt.

a) Unterbrochen arbeitende Apparate.

b) Ununterbrochen arbeitende Apparate.

Pfannen mit freiem Feuer und gewöhnlichem Luftdruck.

Wegen der Auflöslichkeit der meisten Metalloxyde in Zucker müssen

Concentrationsgefaße aus einem nicht leicht rostenden Metall bestehen

werden aus Kupfer gemacht, welches vollkommen blank erhalten werden

Dieselbe Pfanne kann zum Verkochen und zum Eindampfen gebraucht werde •Die ursprünglich gebrauchten feststehenden Pfannen auf freiem o eUhatten eine doppelte Unbequemlichkeit. Bei freiem Feuer ist eine Ueberhitz"des von Zuckersaft nicht bedeckten Randes schwer zu vermeiden; kommt ndurch die Bewegung des Siedens, oder durch Spritzen, Zucker an denRand; so wird er caramelisirt, wodurch der Saft in gleichem Maaße brund bitter wird. Ferner ist es schwierig, die Pfanne zu entleeren und unnilich, es vollständig zu thun. Man muß daher das Feuer nach jeder Operaloschen, damit der verbleibende Rest nicht anbrenne.