Band 
Zweiter Band.
Seite
227
JPEG-Download
 

Zuckersiederei. SiüBenjutfer. Die Pfannen. 227

rungskessel comfponbirenben Abdampfpfannen zusammen, bis zur richtigenHöhe gefüllt, genau den Saft von jeber Läuterung fassen; ebenso muß dieCapa-citat berVerkochpfanne bem Volum des Saftes aus den entsprechenden Verdampf-fannen gleichkommen. — Man begreift auch leicht, warum beim Versieben besZuckers bas Princip bes Nachfüllens oder wie es beim Versieben ber Salzsoolenheißt,bas „Stören« (B.l.222) keine Anwendung sinben kann. Denn in biesemFalle würbe ber Zucker ber zuerst in bie Pfanne gegebenen Beschickung 3-, ober4mal so lange in ber Pfanne verweilen, als ber Zucker bes Saftes, ber spaterzum Ersatz des verdampften Wassers hinzugelassen wirb — und in demselbenVerhältnisse durch die verlängerte Einwirkung der Temperatur leiden. —

Ein continuirlich arbeitender Apparat würde nun allerdings in gleicherZeit und unter gleichen Umstanden, eben weil er ununterbrochen arbeitet, mehrfertig bringen als ein periodischer. Aus diesem Grunde hat man sich in derThal sehr viele Mühe gegeben, continuirliche Äbdampfapparate in die Zuckck-industrie einzuführen, weil sie wegen ihrer rascheren Leistung entweder- kleiner,oder doch weniger zahlreich zu sein brauchten und somit erspart würde. Indiesen Apparaten fließt von der einen Seite ununterbrochen frischer Saft zu,wahrend fertig verdampfter Saft von der andern Seite ununterbrochen abfließt.Wenn man dabei nicht in den oben erwähnten Fehler fallen soll, wenn alsoNicht einzelne Theile des Saftes langer der Hitze ausgesetzt werden sollen, alsnöthig ist, so Mußte der fertige Saft von dem neu zufließenden Safte durchausUnd vollkommen verdrängt werden, ohne daß das geringste an der Oberflächedurch Adhäsion rc. zurückbleibt. Die Erfüllung dieser Bedingung ist fast un-ausführbar, so daß die continuirliche» Apparate kein Glück gemacht haben.Ohnehin mußte in Folge der sich unvermeidlich, absetzenden Niederschlage von3eit zu Zeit eine Unterbrechung zum Behuf der Reinigung eintreten. Bei-spielsweise mag hier Cody's Apparat kurz erwähnt werden. Man denke sich^ne 11 Fuß lange, 2 Fuß breite Pfanne mit 7 flach aufsitzenden halbrunden^ampfröhren wie die Crespeloschen, deren Zwischenraume also lange CanaleRb die Cirkulation des Saftes abgeben, welcher in einem Vorwärmer durchaustretenden Dampf geheizt wird. Aus dem Vorwärmer strömt der Saft^Urch ein Vertheilungsrohr in 6 von diesen Kanälen durch die Länge des Appe-lles und vereinigt sich am Ende desselben in den 7ten Eanal, durch welchentc denselben Weg zurückgeht, um dann abzufließen.

Ganz verschieden von den vorhergehenden Einrichtungen geschieht die Eon-^»tration in den Apparaten von Brame-Ehevallier (1834); sie beruhenH dem Princip des Abdampfens durch Eintreiben von heißer Luft. Zwei^bläsecylinder treiben einen Luftstrom durch eine weile Säule mit Damps-^iungsröhren. Der Luststrom tritt mit 450 —75° E. in die Pfanne, welche^t einer besonderen Dampfspicale geheizt, und mit einem doppelten Boden^setzen ist. Der obere Boden ist siebartig durchlöchert und vertheilt die inZwischenraum zwischen beiden eingetriebene Luft in zahllose kleine Bläschen^ch den Saft, woraus sie dampfbeladen entweichen.

Das Abdampfen mit Luft ist nur dann von Vortheil, wenn es von Jn-ist, die Temperatur der Verdampfung unter dem gewöhnlichen Siede-

15 *

Codl>'6

Psann«,

Brani?-

Ehevallier'