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Zweiter Band.
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232 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.

nicht angegeben. Die ersteren sind gewöhnliche Thermometer und Manome-Probesonbk. wc. Von bet sehr sinnreichen und eigenthümlichen Borrichtung zum Probe-ziehen, welche die Bestimmung hat, eine kleine Menge Syrup jeden beliebi-gen Augenblick unbeschadet des Vacuums aus der Pfanne nehmen zu kön-nen — giebt die Fig. 50. eine deutliche Anschauung. A ist ein Stück desFig. 5 g, Pfannendeckels mit der Tubulatur ^V, an

welcher ein Rohr, oder Stiefel x mit einersolchen Neigung befestigt ist, daß das Endedesselben mit der Oeffnung a‘ unter den Spie-gel des Syrups taucht. In diesen Stiefelgeht ein Kolben e mit Queergriff b, die Sonde,die luftdicht aus- und eingeschoben werdenkann. An dem einen Ende der Kolbenstangew ist ein konischer Ansatz y, an dem entge-gengesetzten Ende ist der eigentliche einge-schmirgelte Kolben e' mit einer Vertiefung z,welche der Oeffnung a‘ correspondirl. Wirdder Kolben so gedreht, daß z und «' auf einander treffen, so wird sich z mitSyrup füllen; macht man null mit dem Kolben eine halbe Umdrehung, sokommt z in die entgegengesetzte (hier abgebildete) Stellung, und der darin be-findliche Syrup befindet sich zwischen Kolben und Stiefel isolirt. Man kannnunmehr den Kolben so weit aus dem Stiefel herausziehen, daß man an denSyrup in z zum Probenehmen gelangen kann — ohne daß Luft eindringtund das Vacuum aufgehoben wird; denn das äußerste Ende des luftdicht ein-geschmirgelten Kolbens halt den Stiefel immer noch vollkommen verschlossen.

Mittelst eines Hahns von ganz ähnlicher Zurichtung kann jeden Augen-blick etwas Butter in den kochenden Syrup gebracht werden, wenn es nöthigsein sollte, durch dieses Mittel dem starken Aufschäumen entgegenzuwirken.

Wie man sieht, liegt das Wesentliche des Degrand'schen Apparates, inder Idee: die Verdichtung des in dem Vacuum gebildeten Dampfes, statt durchJnjectivn von kaltem Wasser, vielmehr durch Abkühlung mittelst des später zuverkochenden Saftes zu bewerkstelligen. Dadurch wird nicht nur sämmtlichesKühlwasser, sondern auch so viel Brennstoff erspart, als der Wärmemenge ent-spricht, welche von dem an den Kühlröhren niederlaufenden Saft aufgenom-men wird.

Diese Idee hat sich in der Ausübung und Erfahrung wohl in Beziehungauf die Wasserersparniß, aber keineswegs in anderer Beziehung bewahrt. DieQuantität Zuckersaft, wie sie der laufende Betrieb zur Verfügung des Abküh-lens stellt, ist eine im Verhältniß des jedesmal im Verkochen befindlichen Saf-tes gegebene, und für eine vollständige Verdichtung nicht zureichend. In Folgedavon ist das Vacuum unvollkommen und der Siedepunkt nicht so erniedrigtwie man erwarten muß. Der Apparat gewahrt also Ersparnisse auf Kostendes Hauptzweckes und fehlt noch außerdem gegen die Hauptregel, daß derSaft möglichst gegen die Berührung mit der Luft geschützt werden soll. BeimAbkühlen, wo der Saft über eine große Röhrenflache vertheilt wird, geschieht

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