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Zweiter Band.
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Zuckerstederei. Rübenzucker. Verkochen des Klärsels. 241

nigungen werden mit dem Klarsel nicht vorgenommen; man schreitet nunmehrunmittelbar zur Abscheidung des Zuckers in fester Form, welche durch

das Verkochen vorbereitet wird. So nennt man nämlich denjenigen ^»^-4-»Eindampfungsproceß, welcher dieser Abscheidung vorausgeht und den Zweckhat, soviel Wasser zu entfernen, oder den Saft so stark zu concentriren, alsnothwendig, um die Krystallisation möglich zu machen. Bei der beträchtlichenEoncentration des frischen Klärsels und dem hohen Siedepunkt, den es folg-lich unter den gewöhnlichen Umstanden besitzt (er beginnt mit 104" E. undendet mit 130° beiläufig), hat man beim Verkochen den anhaltenden Einflußder Warme auf die Zersetzung des Zuckers besonders gefürchtet und sich beinaheuniversell auf den Gebrauch der Vacuumpfannen geworfen, unter welchen mangegenwärtig denen mit Luftpumpe und Eondensator wieder den Vorzug zu ge-ben scheint.

Bei dem viel rascheren und mehr stürmischen Sieden, wie es in dem Va-cuum stattfindet, wird ein gewisser Antheil Zucker beim Zerplatzen der Bla-sen in die Höhe geführt, mit dem Dampfstrom fortgerissen und findet sich indem Eondensationswasser. In manchen Fabriken, welche mit Vacuum ar-beiten, erwächst daraus neben dem Verlust auch noch ein störender positi-ver Nachtheil. Diejenigen nämlich, die an Wassermangel leiden, suchen dascondensirte Wasser in der Weise zu benutzen, daß sie es durch ein Systemvon Steinzeugröhren, welche um die Gebäude herum in einem Graben hin- undherlaufen, in einen Sammelbehälter leiten, worauf dieses Wasser in die Con-densatoren gehoben und als Regen zur Verdichtung des Dampfes verwendet wird.

Wenn dieses Wasser einige Zeit gedient hat, so erhalt es die Eigenschaft unterEntwicklung von üblen Gerüchen und Bildung von Säuren in Gährung über-zugehen, und in diesem Zustande das Metallwerk der Pumpen rc. anzugreifen.

Diese Erscheinung wird durch den Ammoniakgehalt, wie er diesem Wassergewöhnlich ist, eher befördert als gehindert.

Die Verkochung des Klärsels endigt, sobald dieses nach der Probe die rich-Pr°b,n,»m,ntige Eoncentration zeigt: im allgemeinen in der kurzen Zeit von einigen Minu-ten. Die Probe besteht nicht etwa in einer Ermittlung des Zuckergehaltes oderspecif. Gewichts durch wissenschaftliche Hülfsmittel, wie Aräometer, Sacharome-ter rc., sondern im Gegentheil in ganz und gar empyrischen, aber höchst zuverläs-sigen Prüfungsweisen, die sich nach und nach in der Praxis herausgebildet ha-ben: die Faden-, die Blasen- und die Wasserprobe:

. Fadenprobe besteht darin, daß man einen Tropfen der Zuckerlösungzwischen Daumen und Zeigefinger nimmt, etwas reibt und dann beide Fingerauseinander sperrt. Aus der Form und Lange, die der auf diese Weise ge-sponnene Faden annimmt, kann man die Gahre erkennen. Der Faden mußeine gewisse Lange erreichen, ehe er zerreißt und die abgerissenen Theile müssensich gleichförmig zusammenziehen.

Bei der Blasen probe taucht man einen Schaumlöffel in das Klarsel, laßtdas Ueberschüssige ablausen und blast mit einiger Heftigkeit auf die Oberflache.

Bei der richtigen Consistenz des Saftes bildet der Luststrom beim Durchgehen

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