Zückerfiederei. NolkSwirthschastliche Betrachtung. 251
In Frankreich, wo die Rübenzuckerindustrie durch die Continentalsperre ®»i m ,zuerst in's Leben gerufen wurde, hob sie sich wesentlich dadurch, daß die fran-sch'»fnich,-.zösischen Colonien in ihrem übel verstandenen Interesse unaufhörlich auf Erhö-hung des Zolls auf fremden Colonialzucker hinarbeitete. Im Jahre 1828 exi-'"stirten schon 58 Rübenzuckerfabriken in Frankreich. Nachdem der hohe Tarifvom Lösten April 1833 eingeführt worden (für französischen Colonialzucker 38bis 70 Fr., für fremden 80 bis 105 Fr., die 100 Kilo., je nach der Dualität)
* stieg ihre Zahl. Sie betrug 1835 schon 349 Fabriken, 1836 466 Fabriken,
1837 542 Fabriken mit einer Production von 45 Million. Kilo., d. i. y 3 derdamaligen Consumtion. Im Jahre 1838 trat eine Reaction ein: man erhobeine Steuer von 11 Fr. pro Ctr. Rübenzucker am Productionsort und erhöhtediese allmalig auf 27,5 Franken. Die Zahl der Fabriken sank sofort aus 389(1840 — 41), 325 (1844) mit einer Production von 28 Mill. Kilog.
Für Staaten wie Frankreich, welche selbst Colonien besitzen, ist die Zucker-frage ein Dilemma, welches den bedenklichsten Conflikt zwischen den Interessengleichberechtigter Statsangehörigen enthalt. Auch riskirt der Staat durch dieFörderung der Rübenindustrie, mittelbar durch Druck auf den Colonialhandel,diese einzige und unersetzliche Borschule der Kriegsmarine gefährdet zu sehen.
Dieser Einwurf ist für Frankreich von hohem, für England dagegen von gar >„ England,keinem Belang, weil dieses im Ganzen nur 3 oder 4 Rübenzuckerfabriken besitzt.
Im Zollverein ist der Zustand der Rübenzuckerindustrre im Ganzen sehr im 3 o ir v , m i„.blühend und überaus rasch gestiegen. Im Jahre 1836 bestanden 21, im- Jahre 1838 schon 158, im Jahre 1841 wieder 136, im Jahre 1845 nur 96> Fabriken. Die Abnahme in der Zahl der Fabriken bedeutet aber nur eine Con-^entrakion, nicht eine Verminderung der Production, denn es wurden Rübenversteuert:
'M Jahre: 1841 — 42 1842 — 43 1843 — 44 1844 — 45 1845 — 46Centner: 5,064287 2,491604 4,326391 3,893859 4,446469.
^sonders wichtig ist aber die geographische Vertheilung der Rübenindustrie.
Von den 96 Fabriken des Jahres 1845 gehören 53 den preußischen Pro-vinzen Sachsen (Gegend von Magdeburg) und Schlesien, den übrigen preußi-fchen Provinzen noch 24 an; während auf die anderen zum Zollverband gehö-rigen Staaten zusammen nur 19 kommen. Diese 19 Fabriken haben im Jahre1845 — 40 zusammen nur 577200 Centner Rüben versteuert; sie und die Fa-riken der übrigen preußischen Provinzen sind im Sinken und theilweise eingegan-8 en, während sie in den beiden erst genannten Provinzen fortwährend im Stei-| en Dies will sagen, daß es erfahrungsmäßig im Zollverband nur einenr nämlich zwischen Magdeburg, Braunschweig und Halle giebt, der
I cy mit Vortheil für den Rübenbau eignet, denn dieser, nicht die Verarbeitungst maaßgebend. Auch im Zollverband beruht der rasche Aufschwung der Rü-o ""dustrie zunächst auf den Zollverhältnissen. Nach den Bestimmungenvom 0 . Mai I 841 soll die Steuer vom Rübenrohzucker im Minimum 20 Proc.es Zollsatzes vom ausländischen Rohzucker sein; sie soll nur so viel niedrigergestellt werden, atg nöthig ist, um der inländischen Fabrikation einen angemes-lenen Schutz zu gewähren. Bekanntlich dient nun bei dem zu besteuernden