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Zweiter Band.
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Zuckersiederei. Probirmethode. 259

Hebungen und Vorschlage dafür so wichtig und interessant, daß sie in einer ge-drängten Uebersicht zusammengestellt zu werden verdienen, was hier mit der Be-merkung geschieht, daß man alle bis jetzt in diesem Punkt vorhandenen Leistun-gen den Franzosen, insbesondere der Vermittlung der Socie'te ä'Lnccwrggemelitin Paris verdankt. „

Die erste Saccharimetrische Probe ist im Jahre 1844 von Barreswilausgegangen und nur eine Anwendung der Trommer'schenReaction ( . •)

auf Traubenzucker, welche dadurch eine quantitativer Versuch wird, daß man be-stimmt, wie viel von einer bekannten alkalischen Kupferlösung, durch ein gegebe-nes Muster von Zucker reducirt wird. Jedes Muster wird zweimal untersuchtund vor der zweiten Probe sein Gehalt an Rohrzucker mittelst einer Saure inTraubenzucker verwandelt. Der Unterschied beider Resultate giebt das Aequi-ualent des Rohrzuckers an Traubenzucker. Dieses Verfahren setzt zuviel denChemiker von Fach voraus.

Viel einfacher, practischer und daher mehr ins Leben übergegangen ist P-v»«.Payens (1846), dem Princip nach einer bekannten Prüfungsweise des Sal-peters entliehene, Probe. Sie besteht in einer Art Raffinirung im Kleinen, be-ruht auf Manipulationen, mit denen die Praktiker ohnehin vertraut sind undgewahrt zugleich Erfahrungen, welche über das Verhalten des Zuckers bei derRaffinirung im Großen um so bessere Aufschlüsse geben, als beide Proceduren ganzgleichartiger Natur sind. Das Muster wird mit einer gesättigten Lösung vonreinem krystallisirbaren Zucker ausgewaschen. Aus dem Gewichtsverlust der ge-waschenen Probe beim Trocknen, also dem verdampften Wasser, berechnet man dieQuantität Zucker, welche darin als Waschlösung enthalten war. Diese Quan-tität von der trocknen Probe abgezogen, giebt einen Rest, welcher der darstellba-ren Menge krystallisirbaren Zuckers in dem Muster gleich kommt. DerartigeProben sind eigentlich nur für die Raffineure anwendbar, sonst wenig genauund für Syrupe, Lösungen rc unmöglich. —•

In demselben Jahre begründete P e l i g o t eine saccharimetrische Probe auf dieEigenschaft des Rohrzuckers, sich in bestimmten Verhältnissen mit Kalk zu verbin-den, und zwar zu einem löslichen Körper, welcher noch die Alkalinitat des Kalkessowie auf die Eigenschaft des Rohrzuckers sich in seiner Verbindung mitKalk nicht in der Hitze zu zersetzen, wahrend der Traubenzucker sich rasch mit demKalk unter gleichen Umstanden zu Saucen umsetzt, die diesen neutralisiren. Mit-telst dieser Eigenschaften suchte der Erfinder die saccharimetrische in eine alkali-metrischeProbe zu verwandeln, indem er den Zucker mit Ueberschuß von Kalk digerirt,den Zuckerkalk absiltrirt und die Quantität Schwefelsaure bestimmt, welche einbestimmtes Volum dieser (mit Lackmus gefärbten Lösung) neutralisirt. Aus derSäure berechnet man den Kalk, aus diesem den damit verbundenen Zucker. BeiGegenwart von Traubenzucker zerstört man denselben nach dieser Probe, sowie dieAlkalinitat des damit verbundenen Kalkes durch Sieden und macht eine zweitealkalimetrische Bestimmung. Der Unterschied in beiden Resultaten giebt denTraubenzucker. Peligot's Verfahren hat noch wenig Eingang gesunden,scheint aber den Keim einer genauen und einfachen Probe zu enthalten, zu wel-cher es durch bessere Regelung der Einzelheiten herangebildet werden muß.

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Peligol'S