284 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende »• landwirthschaftl. Gewerbe.
beä 5 Ä« das Mark, sondern die Schaale der Sitz der Farbe; Rothweine müs-
sen daher über den Schaalen gahren.
g-winmmg ® ere ’ fun S des Mostes umfaßt zwei sehr einfache Operationen: das
' Zerquetschen der Trauben und das Keltern. — Ersteres geschieht in einem höl-zernen Bottich, zuweilen im Weinberg, zuweilen im Kelterhaus, bald durchTreten mit bloßen Füßen, bald reinlicher mit großen Stiefeln, bald noch rein-licher mit hölzernen Stampfen. Es kommt darauf an, daß möglichst alleTrauben zerdrückt, das Mark möglichst vollständig aufgeschlossen wird, aber dieKerne unversehrt bleiben. Maschinen finden dabei keine Anwendung. VonWichtigkeit ist es, daß nicht zu kleine Mengen Most und die gehörigen Mengenaus einmal zur Gahrung kommen, d. h. daß eine Gahrkufe nicht an verschiedenenTagen, sondern auf einmal gefüllt werde.
D» Die Trennung des Mostes von den festen Theilen geschieht auf der Kelter,
wenn man mit reinem Most arbeitet, vor der Gahrung; wenn man mit Schaaleoder Kämmen gahren laßt, erst nachher. Zn der Regel sind die Keltern nichtsweiter als einfache Pressen mit hölzerner Schraube, welche durch lange Hebelbewegt wird; seltener findet man solid gearbeitete gußeiserne Pressen. Letztereverdienen besonders darum den Vorzug, weil sie keinen Most einsaugen, daherleichter zu reinigen und weniger dem Werfen und Reißen unterworfen sind.Besser eingerichtete Maschinen finden ohne Zweifel darum so wenig Eingang,weil man nur einmal jährlich und sehr vorübergehend damit zu thun hat, undweil die kleinen Weinbauern, welche aber die Mehrzahl bilden, die Auslagen
usch?Ka>"s f“ r kostspieligere Apparate scheuen. Eine durch Einfachheit und Zweckmäßig-keit sehr empfehlenswerthe Einrichtung ist unlängst von Kaepplin ange-geben worden; sie gehört zu den hydraulischen Pressen (vergl. I. S. 97) und be-steht aus einer Druckpumpe und der eigentlichen Kelter. Die Kelter ist ein,aus zwei gußeisernen Schaalen zusammengesetzter, linsenförmiger Behälter;zwischen die Ränder der Schaalen ist eine biegsame Scheidewand aus wasser-dichtem (caoutchoucgefirnißtem) Zeug und Leder eingeklemmt; aber nicht straff,sondern so, daß sie sich dicht an die innere Flache einer der Schaalen anlegenkann. Die obere Schaale ist siebartig gelocht und inwendig mit Drahtgewebegefüttert, also eine Art Seihe; die untere überall dicht. Die biegsame Scheide-wand theilt also den innern Raum in zwei Halsten: in eine obere zur Auf-nahme der gequetschten Trauben und eine untere zur Aufnahme des Druck-wassers, welches durch den Boden von der Pumpe her eintritt. Soll die Pressebeschickt werden, so wird die obere Schaale abgenommen und das Druckwasserabgelassen, wodurch sich die biegsame Scheidewand auf die Bodenschaale senktund einen kesselartige Vertiefung bildet, welche man mit den gestampfte»Trauben füllt. Alsdann setzt man die obere Schaale auf (die mittelst einesbequemen Verschlusses rasch und sicher befestigt werden kann) und läßt diePumpe spielen. Das eingepreßte Wasser hebt die Scheidewand, welche ihrer-seits das Traubenmark gegen die obere Schaale preßt: der Saft lauft durchdie Maschen des Drahtgewebes, dann durch die Seihelöcher dieser Schaale undsammelt sich in einer Rinne am Rande, die ihn zum Gährbottich führt.
Diese Kelter vereinigt mit dem bekannten Vortheil der hydraulischen Presse,