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Zweiter Band.
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364
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Dampf-

brauerri.

364 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.

ßen aber noch die praktische Form festgestellt werden muß. Die seit den letztenJahren herrschende Kartoffelfaule dürfte übrigens dahin gehenden Bestrebungenim Wege stehen.

-- Die großen Vortheile, welche man aus der Anwendung des Dampfes in^einigen Gewerbszweigen, wie in der Zuckersi'ederei, Branntweinbrennerei u. s. w.gezogen hat, haben in den letzten.zwei Decennien zu dem Bestreben Veranlassunggegeben, die Dampfheizung in das Braugeschaft einzuführen. Der Erfolg hatim Allgemeinen den gehegten Erwartungen keineswegs entsprochen, weil mandie Eigenthümlichkeiten des Braugeschaftes nicht berücksichtigt hat, welche sich füreine vortheilhafte Benutzung des Dampfes nicht eben eignen. — Da, wo mangroße Massen von Flüssigkeit als regelmäßig fortlaufenden Betrieb zu sieden, zuverdampfen oder abzudestilliren hat, wo dieses mit Gefahr des Anbrennens ge-schieht u. s. w., ist das eigentliche Feld für die Dampfheizung. In den Braue-reien ist das Kochen kein lang fortgesetztes Abdampfen, es ist ein Proceß, derseiner Natur nach von kurzer Dauer sein und zum Zweck einer gehörigen Ge-rinnung des Eiweißes nicht anders als rasch eingeleitet werden darf; dasBedürfniß von Warme beim Maischen ist gering, sie muß in verschiedenenFallen unter 75° C. bleiben: das Maischen und Kochen lassen sich bequemund sicher mit ein und demselben Kessel und derselben Feuerung betreiben; wederdie verschiedenen Kochungen noch Maischen auf einander folgender Gebräue kön-nen ohne Unterbrechung hinter einander vorgenommen werden, weil sonst mehrWürze erhalten wird, als die Capacitat der Gerathschaften für die spateren Ope-rationen zulaßt. Bewerkstelligt man die Heizung daher durch einen besonderenDampfkessel, so würde dieser periodisch müßig stehen, man erleidet neben demVerlust durch die Fortleitung des Dampfes und durch größeres Anlagekapitalnoch den einer häufigen Anheizung. Dies ist wenigstens der Fall bei allen mitt-leren und kleineren, also bei der ungeheuren Mehrzahl der Brauereien. Nursehr große Geschäfte, und diese nur bei einem dazu angepaßten Gange, könneneinen besonderen Dampfkessel beschäftigen. Heizt man durch direktes Einleitendes Dampfes, so ist die Erhitzung sehr ungleichmäßig, ein Hauptfehler beimBrauen. Bei beiderlei Anwendung, directer oder äußerer, des Dampfes ist essehr schwer, Würzen zu erzielen, welche nicht trübe bleiben, sondern ein glanz-helles Bier geben. In einem Falle, und dieser ist der vieler bestehenden Dampf-brauereien, gewahrt die Anwendung des Dampfes Ersparniß an Zeit und Brenn-stoff: wenn nämlich der Dampf als Motor für eine Dampfmaschine erzeugtwird und nur der Ueberschuß davon nebenbei zur Heizung der Flüssigkeit dient.

In England werden alle großen Brauereien mit Dampfkraft betrieben, aberdemungeachtet die Braukessel mit freiem Feuer geheizt. Der Hauptverlust anBrennstoff liegt bei gewöhnlichen Brauereien in dem beim Kochen entweichendenDampf, in der vom Kessel in den Rauchfang abziehenden Hitze und in der schlech-ten Einrichtung der Kesselfeuerung. Der erstere wird am einfachsten durch dieenglischen Kessel (II. S. 332) gehoben, die letzteren lassen sich ohne Schwierigkeitdurch zweckmäßige Einrichtung der üblichen Apparate und besseres Zusammen-wirken ihrer Theile beseitigen. Von diesem Gesichtspunkte aus verdient derSchwarz'sche Brauapparat Erwähnung.