Die Be,steuerung.
372 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthfchaftl. Gewerbe.
(— 245280 Ohm Darmst. — 392400 Hectol.) Vorrath fassen. Nimmtman den Preis von einem Barrel Bier zu 54 Sh. durchschnittlich an, so haltein kleines Faß für 2700 Pfd. St., ein größeres für 8100 Pfd. St. Bier; undder ganze Vorrath entspricht einem Kapital von 648000 Pfd. St. Angenom-men, man lege diesen Vorrath auf gewöhnliche Ohmfasser, so würden diese derLuft eine ungefähr zwölfmal größere Oberflache darbieten.
Die Construction der Lagerfasser ist dieselbe wie die bei den großen Gahr-bottichen beschriebene. Die Fundamente im Boden sind umgekehrte Gewölbe,worauf zunächst ein gußeisernes Gestell und auf diesem das Faß aus 2 Zollstarken Dauben aufrechtstehend errichtet wird. Es ist fast cylindrisch oder nachoben nur so viel verjüngt, als das Anziehen der Reife erfordert. Der obere(also nicht mit dem Biere in Berührung befindliche) Boden ist mit feuchtemSande bedeckt. Das Bier lagert in diesen Gefäßen, unter einer bedeutend ver-minderten Berührung mit der Luft 12 bis 18 Monate, bis es trinkbar ist-Während dieser Zeit setzt sich ungefähr 1 Zoll Hefe ab. Die Zinsen des obigenKapitals, welches den bloßen Bierwerth reprasentirt, die Fässer selbst gar nichtgerechnet, betragen zu 5 Proc. jährlich mehr als 32000 Pfd. St.
An einem auf's Gerathewohl aus dem Betriebsjournal herausgegriffenenTage gingen aus dem Lager 200 Barrels Ale und 1760 Barrels Porter ausdem Brauhans in die verschiedenen, damit in Verbindung stehenden Zapf-Häuser der benachbarten Quartiere, ein Werth von 5000 Pfd. St. Ein Mar-stall von 120 Pferden (60 bis 80 Pfd. St. das Stück) ist fortwährend mit die-sem Transport beschäftigt.
Man verzapft jetzt fast allgemein abgelagertes und jüngeres Bier mit ein-ander gemischt, weil dieses Gemisch dem beliebtesten Geschmack am besten ent-spricht. Bei dem Porter halt das Publikum darauf, daß der Schaum einengewissen bräunlichen Ton hat; betrügerische Wirthe helfen, besonders wenn ftWasser zugesetzt haben, durch Alaun und schwefelsaures Eisen nach. BeideSalze geben einen dunkeln, subtilen Niederschlag, der mit dem Schaum auf-steigt. — Die stärkeren Sorten Porter, das Stout, werden mit X, XX, XX>u. s. w. bezeichnet. Das X (10) bedeutet ursprünglich die SchüttungQuartres, ein Sinn, der sich nachher in XX u. s. w. verwischt hat.
Die Art, wie die Steuer von einem Consumtionsartikel erhoben wird,übt einen wesentlichen Einfluß auf den Betrieb, seine Entwickelung und s< pnen Fortschritt. Die Anforderungen, die in solchen Fällen gestellt werde»müssen, nämlich die Wahrung der Interessen des Gewerbtreibenden, des con-sumirenden Publikums und der Staatseinkünfte, sind meist in der Ausführungunvereinbar; dies ist der Fall bei der Brauerei. Der leichteren Eontrole W e 'gen geschieht die Besteuerung allgemein schon von der Production aus; alsoder Brauerei. Dagegen sind die bestehenden Normen in Bezug auf den Maß^stab der Besteuerung sehr abweichend, und zwar im Wesentlichen zweierle«-entweder erhebt man die Steuer vom Malz, wie in England, Preußen, BaiecMWürtemberg; oder von der Würze, wie in Oesterreich und mehreren kleinedeutschen Staaten. Das einzig richtige Maaß der Besteuerung kann der