Die Fuchs'jProbe.
378 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.
l>« Die von Fuchs erfundene Methode der Bieruntersuchung geht den um-gekehrten Weg wie die übrigen, indem sie den Wassergehalt des Bieres vor undnach der Entfernung des Weingeistes bestimmt. Durch Abziehen des Wassersvom Ganzen erfährt man den Betrag der Bestandtheile.
Als Maßstab für den Gehalt an Wasser dient die Quantität Kochsalz,die das Bier aufzulösen vermag. Fuchs nennt sie daher die hallymetcischeProbe (von als, Salz; Ivelv, lösen; (istqov, Maaß) und stützt sich dabeiauf die Erfahrung, daß eine gesättigte Kochsalzlösung bei allen TemperaturenSalz und Wasser in demselben Gewichtsverhaltniß — 1 : 2,7778 enthalt.Diese Voraussetzung ist nicht streng richtig, kann aber innerhalb der Gränzender gewöhnlichen Lufttemperatur, wobei man epperimentict, als wahr ange-nommen werden. Eine Flüssigkeit enthält also 2,7778mal so viel Gewichts-theile Wasser, als Gewichtstheile Kochsalz zu ihrer Sättigung nöthig waren-Von der genauen Bestimmung dieses letzteren Betrages hangt also die hallp-metrische Probe ab; sie geschieht so, daß man in die Flüssigkeit einen gewogenenUeberschuß von Kochsalz bringt und den Betrag desjenigen Antheils feststellt,der nach geschehener Sättigung ungelöst zurückgeblieben ist. Der leichten Aus-führbarkeit wegen geschieht dies durch Messen mittelst einer graduirten Röhre,Fig. 81, deren Abtheilungen je 1 Gran Kochsalz entsprechen, wenn dieses voll-Fig. 81. kommen dicht liegt. Man sieht leicht, daß jene Abtheilungenmehr oder weniger als 1 Gran Kochsalz fassen, je nachdem esgrob- oder feinkörnig ist. Das Probesalz soll daher stets durchdasselbe Drahtsieb geschlagen werden, dessen Maschen, bei einetDrahtdicke von 0,0458 Par. Lin., 0,0673 P. L. breit, 0,075?P. L. lang sind, und reines, nicht käufliches sein.
Zur Bestimmung des Extractgehaltes werden 1000 Gca"Bier bis zur vollständigen Entfernung des Alkohols, d. h. biszur Hälfte eingekocht und durch Zusatz von Wasser auf das ur-sprüngliche Volum gebracht, 360 Gran Kochsalzpulver zugesth^und die Auflösung durch Schwenken u. s. w. beschleunigt. Äst^ SF die Sättigung eingetreten, so spühlt man das ungelöst gebliebeneKochsalz in das Hallymeter. Durch abwechselndes Umrühre"mit einem Draht und sanftes Ausstößen bewirkt man, daß st^das Salz gehörig dicht zusammensetzt, worauf an der Theilsabgelesen werden kann, wie viel Gran dieser Rückstand betragt-Sind es z. B. 13 Grade = 13 Gran, so haben sich 360-^* ^=-347 Gran gelöst und die Flüssigkeit, also auch die Ursprung'lichen 1000 Gran Bier, enthalten 347 X 2,7778 = 964 Gra"Wasser, oder 1000 — 964 = 36 Gran = 3,6 Proc. ErtragIn ganz ähnlicher Weise verfährt man, um die Summe des Alkoh»und des Extractes zu bestimmen, wobei man gelegentlich den Betrag der Koylensaure erfahrt: Zu 1000 Gran unveränderten Bieres setzt man m einetarirten Kolben 330 Gran Kochsalz. Durch die Auflösung des
wird die Kohlensaure ausgetrieben, was man durch Eintauchen des
Glas-
kolbens in Wasser von beiläufig 40" C. unterstützt. Ist die Gasentwicklung