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Zweiter Band.
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Geistige Getränke. Die Bierbrauerei. Bierproben. 379

vorüber, so kühlt man den Kolben ab und wiegt ihn nach; der GewichtsverlustD>-A-ch-'s 4 >ist die Kohlensaure, z. B. 1,5 Gran = 0,15 Proc. (genau genommen beträgti>>e Kohlensaure etwas weniger, weil sie feucht entweicht). Nach bewerkstellig-ter Sättigung bestimmt man den Salzrückstand, wie oben, mittelst des Hally-vieters. Es seien z. B. 10 Gran, so haben sich 330 — 10 = 320 GranMost, woraus sich 320 X 2,7778 = 889 Gran Wasser ergeben. DiesesMal entspricht das gefundene Wasser nicht dem vollständigen Wassergehalt desBieres, denn der Alkohol und das Kochsalz machen sich einander das WasserZeitig. Dies hat den Erfolg, daß nur der größere Theil des Wassers zurAuflösung des Salzes dient; ein kleinerer Theil bleibt beim Alkohol und bildeti>amit Weingeist; die Quantität Wasser, die der Alkohol auf diese Weise bin-ist größer, wenn das Bier reich, sie ist kleiner, wenn das Bier arm anAlkohol ist. Die Stärke des Weingeistes, der sich dem Kochsalz gegenüber-steht also im Verhältniß zu seiner Menge. Man hat daher ein fürvllemal dieses Verhältniß durch eine Reihe von Versuchen für alle Procent-b^halte Alkohol, welche beim Biere vorkommen können, nämlich von 1 — 10P Coc - festgestellt und in eine Tabelle gebracht, welche zur hallymetrischen Probedient.

Bei dem obigen zweiten Versuche haben sich 889 Gran (für das Kochsalz^spvnibles) Wasser ergeben. Es bleiben also nach Abzug desselben 111 Gran^ierbestandtheile; rechnet man davon biF bereits bekannte Kohlensaure — 1,5und den bekannten Extractgehalt — 36 Gran ab, so bleiben 111 —37,5^ 73,5 Gran Weingeist. Diese bestehen nach der erwähnten Tabelle aus^ Gran Alkohol (= 3,3 Proe.) und 40,5 Gran Wasser. Das untersuchte^ier enthäH daher in 100 Theilen:

Kohlensäure — 0,15,

Alkohol = 3,30,

Extract = 3,60,

Wasser s= 92,95.

Die von Steinheil angegebene Methode gründet sich auf die Beobach-Zweier Eigenschaften des Bieres, nämlich seiner lichtbrechenden Kraft, “TröbVs che mittelst eines besonderen optischen Apparates gemessen wird, und seinesi^ifisch^ Getxjchtes, durch ein Aräometer bestimmt. Aus beiden Beobach-^"Sen wird die Mischung des Bieres durch Rechnung gefunden.

Alle beschriebenen Bierproben gründen sich mehr oder weniger auf Vor-^sthungen, die nicht streng richtig sind, und sind nur dazu bestimmt, dender einzelnen Bestandtheile so genähert zu geben, als eben den prak-wen Anforderungen genügt. Das im Obigen Angeführte dient nur zur^ Mterung des Princips; eine eigentliche Anweisung zur Ausführung derlichV* 1 ^ s'ch nicht in einem kleinen Raume zusammenfassen. Es muß end-d^ ^ Erfahrung überlassen bleiben zu entscheiden; welche von den Proben-oedürfniß der Praxis am meisten entspricht.