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I Geistige Getränke. Die Branntweinbrennerei. Geschichte.
i Der Gebrauch des Branntweins als Genußmittel scheint im fünfzehnten s^chich--
Äahrhundert von Italien nach Deutschland herübergekommen zu sein. Die| besten deutschen Druckschriften über den Branntwein sind:
Michael Schrick »Verzeichniß der ausgebrannten Wasser.« AugsburgE>ej A. Sorg 1483, worin der Branntwein als eine Art Universalmedicin an-gepriesen wird. Diese Anpreisung fallt in der Ausgabe von 1489 schon weg.
Die zweite Schrift ist eine, ohne Angabe des Verfassers, im Jahre 1493 er-' schienene diätetische Anweisung in Reimen, unter dem Titel: »Wem der geprantBiein nutz sey oder schad und wie er gerecht oder fälschlich gemacht sey.« Sie8cht zwar ausführlich auf die Heilkraft des Branntweins gegen allerlei Scha-bn ein (wobei gelegentlich seiner antiseptischen Eigenschaft gedacht wird), be-8>nnt aber doch gleich mit den Worten: »nachdem nun schier jedermann ge-^einklichen sich nimmt an zu trinken den geplanten Wein,« —. Hiernachsteint der Genuß des Branntweins als Lebensmittel in Deutschland zwischenJahren 1483 und 1493 allgemein geworden zu sein. Er wurde aber da-mals und noch längere Zeit ausschließlich aus Wein, spater auch aus Hefe de-villirr. Verbote gegen das Branntweinschenken sind von 1524 vorhanden;
solche ergingen in Frankfurt a. M. 1582 und 1605, weil die. »Balbirer«selbst in Folge des Branntweingenusses vermehrte Sterblichkeit zu beobachtenSlaubken. Die Anwendung des Getreides zu Branntwein scheint in den letz-Jahrzehnten des sechszehnten Jahrhunderts aufgekommen zu sein; wenig-j I ntg erschienen schon 1595 Verbote gegen diese Anwendung in Chursachsen,
' , cil sie ein Mißbrauch, eine Fälschung des Weinbranntweins und die Treber! schädliches, aussatzerzeugendes Viehfutter sei. Am spatesten trat die Kar-
°siel (vergl. II. S. 65) in die Reihe der Branntweinrohstoffe ein.
! . Bei der Schwierigkeit, den Branntwein zu entwässern, kann es nicht be-finden, daß die Darstellung des absoluten Weingeistes in so spate Periode
s^ ( ; sie gelang zum ersten Male Lowitz im Jahre 1796. Dieser, sowieAchter gaben bald darauf Tabellen über die Dichtigkeit verschiedener Mi-UNg^ 6on Alk^l und Wasser. Solche über die Zusammenziehung von^ e ' tt getfi mit Wasser waren jedoch schon 1794 von Blagden und Gilpin! b «nnt gemacht worden.
j „ Die ursprünglich sehr schwankende Bezeichnung Alkohol ist zwar schon^^ibavius (f 1616) und früher für Weingeist gebraucht, aber für die-* (,rr erst nach der Annahme der antiphlvgistischen Nvmenclatur (1787)
j g^ein geworden.
, e j n Die Kartoffel war kaum in den Rang eines bedeutenden Eulturgewachses
! tess"^"' als man bereits Versuche anstellte, daraus Branntwein zu be-
so N-. Schon in den siebenziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurdenwie Abhandlungen der schwedischen Akademie beschrieben, wobei man,
toffj,'® sirheint ohne Mitwirkung von Malz, aus 16 Maaß gekochter Kar-^ Blaaß Branntwein erhielt. Beckmann beschreibt in der fünftenf einec Technologie von 1802 ausschließlich den Kornbranntwein, er! illletzt - bc8 Weiteren mit dem Branntwein aus Wein und sagt nur ganzI ,n einer Anmerkung, wo von den weniger oder seltener gebrauchten