Band 
Zweiter Band.
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382
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382 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.

Rohstoffen die Rede ist: »Aus Tartoffeln wird viel Branntwein in Frankengemacht.-- — Erst seit den zwanziger Zähren ist das Brennen mit Kartoffelnallgemein und wichtig geworden.

2tls ein geistiges Getränk setzt der Branntwein ein alkoholhaltiges Mate-»«»s-n rial, der Alkohol ein zuckeriges, und somit in den meisten und wichtigstenFallen ein stärkehaltiges Material voraus. Branntwein kann daher aus Ma-terialien dreierlei Gattung gewonnen werden: Entweder direct durch Destilla-tion einer geistigen Flüssigkeit, welche man als solche bezieht; dies ist der Fallbei der Branntweingewinnung aus Trauben - und Obstwein. Oder aus einerzuckerigen Flüssigkeit, welche der Branntweinbrenner zuvor durch Gahrung ineine geistige verwandelt; hierher gehört die Verwerthung der Abfalle der Zucker-fabrikation, der Melassen als Rum, ferner die Branntweingewinnung aussüßen Pflanzensäften, Arak, Kirschwasser u. s. w. Oder endlich aus mehlige»Früchten: in diesem Falle hat die Branntweingewinnung drei Stadien z»

durchlaufen, sie hat nach denselben Grundsätzen, wie bei der Brauerei ausdem (Starke-) Mehl dieser Früchte, zuerst eine zuckerige Flüssigkeit, aus dieserdurch Gahrung eine geistige, und zuletzt daraus durch Destillation Branntwei»darzustellen.

In jedem Falle geht also die Branntweingewinnung von Bodenerzcug'nissen aus und hängt mit dem Ackerbau zusammen. Unläugbar ist die Ber-werthung der Products der Obstzucht, noch mehr die der Nebenproducte derZuckercultur von Wichtigkeit; aber diese ist verschwindend gegen die Wichtig?^von der Verwerthung der gemeinen Feldfrüchte. Jene muß gegen diese >»demselben Maaße zurücktreten, als die Production von Obst- und Zucker-pflanzen eine Kleinigkeit ist gegen den Umfang der Production von Getrei^und Kartoffeln. Die Branntweinerzeugung aus den beiden letzteren, bedeutetökonomisch eine chemische Scheidung ihrer Substanz in Viehfutter und in ei»Eczeugniß von verhaltnißmaßig sehr concentrirtcm Werth und sehr viel größeceeHaltbarkeit, also ein Erzeugniß, was durch größere Transpvrtfahigkeit eine»viel ausgedehnteren Markt hat und sich leichter in Geld umsetzen laßt. §iegilt vorzugsweise von den Kartoffeln, die ihres Wassergehaltes wegen schwere^aufzubewahren und schwerer zu transportiren sind und dreimal mehrenthalten, als einem richtiger Nährfähigkeit entsprechenden MischungsverhaltUwentspricht. Werden daher die Kartoffeln mit dem üblichen Zusatz von etw^Vjo Malz verarbeitet, so geht diese Verarbeitung auf eine Abscheidung »nUmwandlung der überschüssigen Starke in Alkohol und die Gewinnungdadurch um so nahrhafteren Rückstandes hinaus. <

Man sieht, daß diejenige Richtung der Landwirthschaft, welche man »aihrem Endziel die Alkoholpcoduction nennen kann, ursprünglich nur Bezieh»zum Bau der Pflanzen mit Zuckergehalt, besonders zum Weinbau hatte, ^sie durch die Bierbrauerei schon breiteren Boden in dem Anbau der Skagewächse gewonnen, aber den weitesten Umfang und den Höhepunkt erst »Uebertragung auf die Kartoffel erreicht hat. In der Bierbrauereinoch als Problem, steht sie in der Branntweinbrennerei bereits in der jfEntwickelung. Die Kartoffel liefert gegenwärtig den bei weitem größeren <£•>