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Zweiter Band.
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Geistige Getränke. Die Branntweinbrennerei. Allgemeines. 383

der gesammten Branntweinproduction des Continentes. Es laßt sich einemAug-m.in-Morgen Ackerboden durch die so ergiebige und stärkereiche Kartoffel bis zusechsmal mehr Alkohol abgewinnen, als durch Getreide. — Aus diesen Grün-den ist das Branntweinbrennen in den nördlichen Landern so wesentlich mit derLandwirthschaft verbunden, und insofern, aber auch nur von diesem Gesichts-punkte aus, kann man die Branntweinbrennerei als den Weg ansehen, ge-wissermaßen auf gemeinem Ackerboden Weinbau zu treiben.

Der gewöhnliche Branntwein enthalt ungefähr gleiche Raumtheile WasserUnd Alkohol, oder etwa 0,4 seines Gewichtes von letzterem. Wenn nun derBranntwein allerdings einen sehr concentrirten Werth hat in Vergleich zumRohstoff aus dem er hervorgegangen; so liegt doch auf der Hand, daß dieser^erth, also die Transportfahigkeit, sehr bedeutend durch Verminderung desWassergehaltes erhöht werden kann, eines Wassergehaltes, der 0,6 des Ge-wichtes, oder in der Ohm mehr als 1 % Centner Fracht ausmacht, um sowehr, als man das Wasser ja überall und ohne Schwierigkeit wieder hinzu-sugen kann, wo es die Consumtion erfordert. Eben diese Rücksicht ist es, die«us der heutigen Branntweinbrennerei zugleich die Spirikusfabrikation gemacht,den Antrieb zur Erfindung derjenigen Apparate gegeben hat, womit manUUmittelbar statt Branntwein Spiritus, d. h. eine Flüssigkeit von einem Ge-halt bis gegen 0,9 Alkohol gewinnt. In dieser Form wird ein Theil unmittel-bar consumirt, z. B. zum Brennen, Conserviren, Liqueur, Parfümerie u. dgl.

Zum Genuß ist durchaus vorher eine Verdünnung auf die Starke des^«nntweins nothwendig. Obwohl der Branntwein in der Hauptsache ausAlkohol besteht, so ist doch ein wesentlicher Unterschied zwischen Branntwein

einem bloßen Gemisch von reinem Alkohol und Wasser in demselben Ver-haltn;

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niß. Ein Branntweintrinker würde dieses nicht leicht für jenen hinnehmen,gleich der Branntwein kein Extract und keine Kohlensaure enthält, wienn und Bier, so bilden sich doch in demselben Gahrungsproceß neben dem

ikohvl gewisse flüchtige Stoffe aus (Fusel u. a. m.), die mit ihm in das De-wat übergehen und diesem bestimmte Charaktere geben, wonach sich die ver-gebenen Arten unterscheiden.

Die Branntweinbrennerei aus stärkemehlhaltigen Materialien

ein^^ ber Natur der Sache nach in zwei Hauptgeschäfte, in die Darstellungalkoholhaltigen Flüssigkeit und in die Destillation derselben. Die erstere,d^wan es nennt, die Darstellung der weinga h ren Maische, ruht völlig auf^ silben Grundsätzen, wie das Bierbrauen. Gerade wie dort dient die durchentwickelte zuckerbildende Kraft des Getreides, also Malz, gerade wiep Cc Marien geschieht die Gahrung unter dem Einfluß der eiweißartigen Kör-d>es Unt ,, et Erregung durch Hefe. Aber die Art, wie der Branntweinbrennerbenutzt, ist eben so verschieden von der Art des Brauers, wie ihrestityt •' ® ec Brauer entzieht einen Theil der Starke der Alkoholbildung undaIS Gummi und Zucker dem Biere zu erhalten; er hat die schwierigegäbe, djx Gährung seines Productes in bestimmte Gränzen einzuschließen,