Geistige Getränke- Die Branntweinbrennerei- Maischen der Frucht- 387
die Maischen vollständiger, sie konnten leichter und mit weniger Gefahr des An-brennens abdestillirt werden; dagegen bedurfte man aber größere Gefäße, mehrGerathschaften, und weil man überhaupt mehr Flüssigkeit bei der Destillationzu erhitzen hatte, mehr Brennstoff- Der letztere Uebelstand war eben so sehrein Grund zur Restriction, als die Steuer. Man ging also nach und nachauf sechs, auf fünf, selbst bis aus vier Theile*) Wasser herab und weniger.Man erhalt gegenwärtig, vermöge der besser geleiteten Gahrung, ziemlich ebenso viel Alkohol, als sonst bei den dünneren Maischen, und mit beträchtlich ge-ringeren Kosten- Der flüssige Theil dieser Maischen enthalt 9,5, 11 und 13,5Proc. Extract.
Das zum Einmaischen erforderliche Wasser dient dreierlei verschiedenenZwecken: ein Theil liefert die zur Zuckerbildung nöthige Warme und giebt zu-gleich das Lösungsmittel für die dabei bekheiligten Stoffe ab; ein anderer Theildient dazu, nach beendigter Zuckerbildung die Maische auf den für die Gahrunggeeigneten Grad zu verdünnen und abzukühlen. In der Praxis wird natürlichden verschiedenen Umstanden, welche auf die Ausbeute Einfluß nehmen, Rech-nung getragen, und darnach der gesammte Maischproceß in die Zuckerbildungund in die Vorbereitung zur Gahrung getheilt. Die Zuckerbildung zerfallt indie Operation des Eintaigens und des Gahrbrennens; die Vorbereitungzur Gahrung, in das Abkühlen d. h. Kühlung durch einfache Warmeentzie-hung, z. B- durch Stehenlassen, durch das Kühlschiff, — und in das Zu-zählen, d. h. das Kühlen, so weit dies durch Zusatz von kaltem Wasser ge-schieht, wobei zugleich die nöthige Verdünnung der Maische stattfindet.
Das Eintaigen bezweckt das gleichmäßige Durchfeuchten, Durchweichen undMischen des Schrotes mit einem Theile des Wassers; das Gahrbrennen ist dasHinzufügen eines weiteren Antheils Wasser, um die Maische auf den nöthigenGrad der Verdünnung und Temperatur zu bringen, d. h. auf 60° — 65° 6.Zi. S. 302). Bewerkstelligt man dies Gahrbrennen mit siedendem Wasser, so^uß man, um diese Temperatur zu erreichen, davon mehr zugießen, als die3»ckerbildung an sich erheischt, man nimmt also mehr steuerbaren Raum'w Gahrbottich in Anspruch. Die bekannte Thatsache, daß 1 Pfund Dampf^^selbe HeizMlft besitzt, wie 6,36 Pfund siedendheißes Wasser, mußte daher^ bald auf das Gahrbrennen mit Dampf oder das Dampfmaifchen führen,^"en Vortheile am besten aus einem Beispiel zu ersehen sind. Gesetzt, man^be «ach dem Eintaigen 10 C. F. Maische von 37° 6., welche auf die Tem-^ratur von 62° 6. gahrgebrannt werden soll, so bedarf man entweder 6,6 C. F.Ausser von 100°**) oder den Dampf von 1,03 E. F. Wasser. Im erstenEe erhält man 16,6 C. F. Maische, im anderen Falle 11,03 6. F. und er-wart mithin die Steuer von mehr als 5% E. F. Maischraum.
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® cn Feuchtigkeitsgehalt des Schrotes zu 10 Proc. angenommen, giebt dies einVerhältniß von absolut trockenem Getreide zum Wasser, wie 1 : 6,8, 1 : 5,7und t - 4,g,
»genommen, die Maische hätte gleiche specifische Wärme mit dem Wasser, wasnicht ganz richtig ist.
Roll«
des Wassers.
Das
Eintaigen.
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