402 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschastl. Gewerbe.
Aus.m.in-ohne Schwierigkeit die gröberen Treber etwa durch ein SieL abseihen. Diese
Grundsatz,mit dem Wasser zur nächsten Maische ausgewaschen werden, um dieanhangende Würze zu gewinnen. — Für die Kartoffelmaische gilt Aehnliches.Es ist übrigens schwer zu bestimmen, wie viel steuerbarer Raum durch die nichtgahrungsfahigen Theile überhaupt, oder durch die Treber allein, oder die Hülsenund Schaalen verloren geht. Nach Balling's Versuchen giebt der Roggen65 Proc., der Hafer 42 Proc., die Gerste 60 Proc., die trockene Substanz derKartoffeln 82 Proc. Eptract unter dem Einflüsse des Malzes. Es bleiben alsovon jedem Centner dieser Vegetabilien nach einander 35, 58, 40 und 18 Pfd-ungelöste Substanz übrig, woraus man sieht, daß im Allgemeinen ein nichtunbeträchtlicher Theil des versteuerten Raumes auf diese Weise verloren geht,daß dieser Verlust jedoch bei der Kartoffel bei weitem am geringsten ist. Bal-lin g schlägt den Raum, den der gröbere Theil des Unlöslichen (die Hülsen) ein-nehmen, auf 3 Proc. der Maische beiderlei Art an, freilich ohne sicheren Grund-Gesetzt, er sei so groß, so gehen bei einem Gährbottich von 3400 Litres jedes-mal 102 Litres, und wenn er 300 Mal im Jahre gestellt wird, 30600 LitresRaum, entsprechend beinahe 200 Fl. verloren.
Künstlich, Der Ersatz der gewöhnlichen Maischen durch treberfreie Maischwürzen hatahrIN,rr, noch weitere praktische Eonsequenzen und zwar auf die Hefenbildung-
Während die Biergahrung nicht bloß ihren eigenen Bedarf, sondern sogar einengroßen Ueberschuß an Hefe liefert, so ist dies bei der Gährung der Branntwein-maische, obgleich bei dieser eine noch größere Menge Hefe gebildet wird, vor derneueren Zeit nicht der Fall gewesen. Sie vermischt sich nämlich mit den Tre-bern, so daß ihre Abfcheidung von denselben einige Schwierigkeit hat. Aus die-sem Grunde hat man dieses werthvolle Product lange Jahre ganz unbenutztgelassen, selbst gegenwärtig gehören die Fälle, wo man sie benutzt, noch unterdie Ausnahmen. Die Hefe kam mit der gegohrenen Maische in die Blase undnach der Destillation mit der Schlempe in's Viehfutter. Der Werth, den f* eals solches hat, steht aber in keinem Verhältniß zu ihrem Werth als Ferment-Da nun die Selbstgährung immer mißlich und die Branntweinmaische dazudurchaus ungeeignet ist, so war man genöthigt, die Stellhefe von den Bier-brauereien zu beziehen. Indem man also ein Product, was man täglichUeberfluß erzeugte, mit baarem Gelde erkaufte, machte man sich nicht nur denBrauern zinsbar, sondern begab sich auch in Bezug aus den Betrieb in CIItunnatürliches Abhängigkeitsverhältniß, welches sich um so mehr fühlbar machte»
als die Brauereien ihren Haupksttz in den größeren Orten, die Brennereien
aus
dem Lande hatten. Dazu kommt, daß die Bierhefe, aus einer gekochten ungehopften Flüssigkeit entstanden, eine unvollkommenere Vergahrung bewirkt, adie aus der ungekochten und ungehopften Branntweinmaische entstandene Hel'daß die letztere mithin für die Zwecke der Brennerei geeigneter ist. Diese Lageder Dinge mußte nothwendig Bestrebungen wecken, die Brennerei von der B>erbrauerei zu emancipiren. Sie sind nicht ausgeblieben, obgleich noch weit vihrem Endziel. Wo Brauereien in der Nähe sind, also Bierhefe leicht, wohffe^und frisch zu haben ist, wird sie immer noch vorzugsweise benutzt; dagegen 9®man ihr besonders auf dem Lande zwei andere Gährungsmittel substituirt, *