Geistige Getränke. Branntwein aus zuckerigen Stoffen.
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sind, beweist der Umstand, daß andere erfahrene Praktiker, weit entfernt, dieSaure abzustumpfen, sie vielmehr künstlich vermehren, fo hat man Zusatz vonabgerahmter Milch und von Phosphorsäure vorgeschlagen.
Andere Zusätze, wie Alaun und Fett (Talg), haben den Zweck, das Ueber-laufen der gahrenden Maische zu verhindern. Je mehr man von dem steuer-freien Steigraum seinem ursprünglichen Zweck entfremdet und zur Ersparniß derMaische zuwendet, und je dicker man gemaischt hat, um so mehr droht dieselbeüberzusteigen. Da nun das Uebergelaufene nach der bestehenden Steuerverord-nung nicht wieder zurückgegoffen oder benutzt werden darf, so verdienen aller-dings solche Mittel Beachtung. Der Alaun benimmt dem Schaume einiger-maßen die Zähigkeit und macht ihn kurz; das Fett löst die Blasen auf, wo-durch beide dem Steigen entgegenwirken.
Der Weinstein ist besonders von Liebig als Zusatz zur gahrenden MaischeUnd zwar als Mittel gegen die Fuselbildung empfohlen worden, weil Gründedafür sprechen, daß der feinere Geruch der Weine mit der Gegenwart der Wein-säure Zusammenhang hat. Auch über dieses Mittel sind keine bestimmten Er-sahrungen bekannt geworden.
Es ist noch zu erwähnen, daß die Glattwasser (II. 324) und ähnlichen Ab-falle der Bierbrauer sehr vielfach an die Branntweinbrenner abgeliefert und vondiesen mit der Getreide- oder Kartoffelmaische verarbeitet werden.
Unter Arrak, welches Wort in Ostindien überhaupt Branntwein zu be-D-rA-r-^uten scheint, versteht man in Europa ein geistiges Getränk von feinem Aroma,welches in jenem Lande aus Reis, mit oder ohne Zusatz von Palmensaft ge-macht wird. Man unterscheidet einfachen, doppelten und dreifachen Arrak; derAppelle geht vorzugsweise nach Europa. Als der beste ist der von Goa ange-ben; auch der von Batavia, welcher ohne Palmsast bereitet ist, genießt viel^Uf. Manche Sorten sollen mit der Scharfe gewisser Seethiere (Hvlothurien)
bet scfef sein, um ihnen den Schein höherer Starke zu geben.
II. Aus zuckerhaltigen Materialien.
Der Rum, ein, wie der Arrak, durch seinen feinen Geschmack ausge-^stchneter Branntwein, kommt aus den Zuckercolonien und wurde ursprüng-^ aus dem Safte des Zuckerrohrs bereitet, welches die feinste Sorte lie-[* Cn soll; aber der bei weitem größte Theil, welcher jetzt in den Handel kommt,C ' tt ErMgniß aus den Nebenproducten der Zuckersiedereien, womit diese zu^e gemacht werden *). Diese Produkte sind der größte Theil der gewonnenenelaffe und sämmtliche Abfälle (feculencies), nämlich 1) der Schaum der^ssel (clarifiers), worin der Saft für sich aufgekocht, 2) der Schaum aus/U^Keffeln (precipitators), worin er mit Kalk geläutert wird, 3) die Nicder-3e, welche beim Abdampfen und Verkochen gewonnen werden, 4) sämmt-
Der Rum, ein, wie der Arrak, durch seinen feinen Geschmack ausge-D--«»,»
^"sse und sämmtliche Abfälle (feculencies), nämlich 1) der Schaum der
"rtze zuckerhaltige Waschwaffer vom Reinigen der Gesäße. Man verfahrt da-^'k wie folgt:
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) Das Nachstehende bezieht sich vorzugsweise auf das Verfahren der englischen Co-lonien (Jamaica).