Geistige Getränke. Branntwein aus Wein. 413
die Weincultur hinreichend solche Produkte liefert, bildet die Destillation des Sr°nj.Weines einen ausgedehnten und stehenden Industriezweig, woher der Name "-"in!'Franzbrantwein. Im Allgemeinen ist der Weinbranntwein von weit fei-nerem Geruch und Geschmack und deshalb werthvoller, wie der Korn- oder garKartoffelbranntwein. Eben deshalb kommt in den Augen des Destillateurs nichtbloß der Alkoholgehalt, sondern auch der Geruch und Geschmack des Weines inAnschlag, den er verarbeiten will; denn diese Eigenschaft vererbt in der Regelauf den Branntwein, im guten und im bösen Sinn. — Man will in Frank-reich beobachtet haben, daß der unangenehme Geschmack mancher Weine voneiner ölartigen, flüchtigen Substanz herrührt, welche bei der Gahrung aus denKernen und Schaalen der Trauben aufgelöst wird. Die Rappen sollen diesenEinfluß nicht haben. Man hat daraus erklärt, warum die Rothweine, welcheÜber den Schaalen gahren, ein weniger feines Product liefern, als die weißenWeine. Letztere geben den berühmten Franzbranntwein von Eognac, An-daye,Armagnac.
Die weiter unten zu beschreibenden Apparate von Laugier und von De-^vsne sind ausdrücklich für die Destillation des Weines construirt. IndessenGefeit die. Destillation in einer einfachen Blase mit darauf folgender Recti-^cation ein feineres Product, weil jene, den Geschmack benachtheiligendenStoffe, die erst bei 132° bis 200° sieden, hierdurch weniger in's Destillat über-sehen.
Diese Destillation, welche gegen den November beginnt und bis Mitte^pril dauert, liefert y 10 vom Volum des Weines an Weingeist und y l0 Rück-ende (vinasse), d. h. ein Phlegma, welches sich wegen seines Gehaltes anWeinsäure, Kali und stickstoffhaltigen Körpern, als Dünger oder zur Weinsaure-UndPottaschenfabrikation verwerthen laßt. Batillat rechnet den Gehalt dieses^legmas aus dem Departement Herault zu 150 bis 200 Grammen Wein-iäUre und 200 bis 250 Grammen reines Kali im Hectrolitre. Es wird meist^ggegossen. Wie groß der Schaden dieser schlechten Benutzung ist, geht daraus^wor, daß diese Destillation in den neunzehn Departements Frankreichs, welche^ betreiben, 9 bis 10, im Departement Herault allein 1,8 Millionen Hectolitre^^iegnia jährlich liefert.
In ähnlicher Weise wie aus Wein, gewinnt man aus den Weintrestern und^uz der Weinhefe, welche sich beim Lagern absetzt, viel und geschätzten Brannt-' B c e ' n (Hefenbranntwein). — Die Treffern werden entweder ohne Weiteres ver- H-f-n-^hcen lassen und destillirt, oder man macht besser einen Auszug durch metho-'^che Maceration, welcher ein feineres Destillat liefert. Die Hefe muß vorher^ Wasser verdünnt werden.
Von der Destillation.
»Us sä* """gahre Maische, gleichviel ob aus Kartoffeln oder Frucht, besteht^.,.,.jn.°'nem f gelösten Theilen, — den Trebern und der Hefe, — und aus^""°l"^'A»hg,./^'^'6en Theile. Es fehlt an den nöthigen, praktisch ermitteltendst L ^""kten, um bestimmen zu können, einen wie großen Theil der Maischetc er ausmachen. Nach einem ungefähren Ueberschlag betragen schon die