AllgemeiGrundsä§
Drrhalten dAlkohols ilsl>venb«rMaische
414 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthfchastl. Gewerbe.
n-Schnaken oder Hülfen allein, 2 bis 3 Proc. des Volumens der Maische, um■'s« mehr müssen die ganzen Treber ein Merkliches ausmachen.
Der flüssige Theil der Maische ist ein Gemenge von flüchtigen und vonnichtflüchtigen Stoffen, nämlich im Wesentlichen ein Gemisch von viel Wasserund wenig Alkohol (durchschnittlich etwa 5 Proc.), worin etwas Milch-, Esstg-und Kohlensaure, ferner eigenthümlich riechende Stoffe (Fuselöl), endlich Gummi,noch unzersetzter Zucker und überhaupt extractive Theile aufgelöst sind. Nachin England angestellten Beobachtungen werden bei den Getreidemaischen durch-schnittlich % des Extractes der klaren Würze durch die Gahrung zersetzt.
Erhitzt man die weingahre Maische zum Sieden, so bilden sich Dampftvon Allem, was flüchtig ist: von Wasser, Alkohol, Fuselöl, von den Sauren-Bei dem sehr geringen Betrage der beiden letzteren kann von diesen bei den all-gemeinen Betrachtungen füglich Umgang genommen werden. Es entstehen alsoim Wesentlichen Dämpft von Wasser und Alkohol, werden diese gehörig ab-geleitet und verdichtet, so erhall man eine aus Wasser und Alkohol bestehendeFlüssigkeit. Dies ist die Aufgabe der Destillation- Da der Siedepunkt des Al-kohols um mehr als 32° C. tiefer liegt, als der des Wassers, so könnte manauf den ersten Blick erwarten, daß der Alkohol, wenn die Flüssigkeit seinenSiedepunkt erreicht hat, vornweg verdampft und übergeht und das Wasser dannbei 100° nachfolgt. Nach einer Jedermann bekannten Erfahrung ist dies nichtder Fall, der Siedepunkt einer solchen Flüssigkeit ist von Anfang an höher, alsder des Alkohols, und der sich entwickelnde Dampf ist stets wasserhaltig, umso mehr, je mehr es die Flüssigkeit war, woraus er hervorgegangen. DiesemVerhalten liegt eine chemische Ursache, die Anziehung des Alkohols zum Wasserund eine physikalische, nämlich die Verdunstung, zu Grunde. Jene Anziehungverhindert den Alkohol, bei der Temperatur seines Siedepunktes als Dampfwegzugehen, sie halt den Alkohol mit Gewalt zurück und steigert dadurch denSiedepunkt um so höher, je größer die Masse des Wassers ist. Bei dieser er-höhten Temperatur entwickeln sich ursprünglich wirklich reine Alkoholdampft, abersie werden nicht als solche erhalten, denn die Verdunstung tritt in's Mittel-Wahrend die Alkoholdampft durch die Flüssigkeit streichen, nehmen sie Dampfaus dem Wasser auf (ohne daß dieses siedend zu sein braucht), gerade so, alsob man Lust von gleichem Temperaturgrade durch das Gemisch geleitet habe-Mittelst der Destillation der Maische kann daher nur (abgesehen von der Äb-scheidung der festen) eine Theilung der verdampfbaren Bestandtheile erzielt wer-den, so daß der ganze Betrag des flüchtigeren Körpers (des Alkohols) nebst einemAntheile des weniger flüchtigen Körpers aus der Maische als Destillat abge-schieden wird, wahrend ein anderer Theil des Wassers bei dem Rückstände(Phlegma) in der Blase verbleibt. Unterwirft man die erhaltene geistige Flüssigekeit ein zweites, drittes Mal ic. der Destillation, so erhält man jedesmal alko-holreichere Flüssigkeiten — ohne daß man je dazu gelangt, auf diese Art da^Wasser vom Alkohol völlig abzuscheiden. Denn, bei einer gewissen Gränze an-gekommen, geht die geistige Flüssigkeit unverändert über. Die Abscheidung derletzten Antheile Wasser gelingt nur durch die Dazwischenkunst von Körpern, totla)*durch ihre größere Anziehungskraft das Wasser zurückhalten, und ist bekanntlich