416 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschastl. Gewerbe.
AIIg,, 1 ,cinc Für die Praxis wirst sich nun vor Allem die wichtige Frage aus, in wel-
^'""°s"tz' chem Verhältniß die Dimension der Gefäße, worin der Dampf erzeugt wird,also der Umfang der Blasen zur gebildeten Dampsmenge steht. Diese hangtnun, übrigens gleiche Umstände vorausgesetzt, lediglich von der Größe der Heiz-fläche, d. h. von dem zwischen Flüssigkeit und Feuer befindlichen Theile derH,iMch, ,md Blasenwand ab. Wenn man also weiß, wie viel Warme unter den in derbiKä- Praxis gegebenen Umstanden und in einer bestimmten Zeit ein Quadratfuß oderein Quadratmetre Blasenwand hindurchlaßt, oder wie viel Dampf sie zu liefernvermag, so kann die Größe der für einen gegebenen Fall erforderlichen Heizflächeleicht berechnet werden. Allein dieser Punkt, der sich seiner Natur nach nurdurch die Erfahrung ermitteln laßt, bietet gerade die größten Schwierigkeiten;auch weichen, wie man aus dem Nachstehenden ersieht, die Angaben sehr voneinander ab. Es liefert nämlich 1 Quadratmetre (— 10,152 Qu. F. rhein.)Heizfläche einer Blase üblicher Metallstarke (von ungefähr 1 Linie) in der Mi-nute nach:
Prechtl .
. - . 0,560 Kilogr. *) Wasserdampf
Smeaton
. . . 0,634
»
» »
Watt . .
... 0,650
»
)> »
Schwach
. . . 0,780
»
» »
P a y e n .
. . . 0,750
- 0,830 K.
„ »
Balling
. . . 1,000
,,
,, »
Galt . .
. . . 1,030
»
„ »
Christian
. . . 1,666
» »
Element
. . . 1,666
»
,, »
Die Verschiedenheit
dieser Angaben
findet ihre
Erklärung c
daß bei den zu Grunde liegenden Beobachtungen die übrigen Bedingungen nichtgleich waren, von denen die erzeugte Dampfmenge abhängt. Diese sind nebender Größe der verdampfenden Fläche, die Natur und Stärke des Metalls »nddie Wärmequantität, welche von Außen durch die Feuerung in einer bestimmte"Zeit zugeführt wird. Bei der großen Dünne der Blasenwände kann jener Ein-fluß des Metalls in der Praxis als verschwindend angesehen werden, nicht stder Einfluß der äußeren Wärmezufuhr. Je mehr die Temperatur an derAußEfläche der Blase über die der Flüssigkeit im Inneren überwiegt, um so wehrDampf wird in gleicher Zeit gebildet. Wenn das Wasser im Inneren l oi °hat, so setzt dies eine Temperatur der Außenfläche von etwa 145° voraus undes wird von 1 Qu.-Met. 0,5 Kilogr. Dampf gebildet. Diese Quantität ist s# 0 "doppelt so groß, wenn die Temperatur der Außenfläche auf 190° fingt-sieht leicht ein, daß die Temperatur der Außenfläche einer Blase direct über demFeuer, also da, wo sie zugleich der strahlenden Hitze ausgesetzt ist, viel höh^'daß sie weiterhin,^ wo sie nur von der schon mehr abgekühlten Feuerlust 9 e *troffen wird, verhältnißmäßig niedrig, daß sie mit einem Worte an verschiedene"Punkten sehr ungleich sein muß und es mithin äußerst schwierig ist, bei Ver-suchen, wie die obigen, den mittleren Betrag der Wärmezufuhr zu bestimme»
') 1 Kilogr. = 2,14 Pfund preuß.