417
Geistige Getränke. Die Branntweinbrennerei. Destillation.
und sie dadurch vergleichbar zu machen Indessen kommt es in der Ausübung«llg,m,,„.auf einen hohen Grad von Genauigkeit nicht an, und es sind die obigengaben immerhin ein wichtiger Anhaltspunkt. Dabei darf man jedoch nicht über-sehen, daß sie ausdrücklich auf Wasserdampf bezogen sind, folglich unter gleichenUmstanden 2,5mal mehr Alkoholdampf oder nach Verhältniß gemischter Dampfgebildet wird.
Es liegt in der Natur der Sache, daß man die Destillation nur so langefortsetzt, bis aller Alkohol übergetrieben ist, und folglich im Interesse des Bren-ners zu wissen, der wievielte Theil einer gemischten Flüssigkeit abdestillirt werdenniuß, um diesen Punkt zu erreichen. Nach Beobachtungen von Galt stellensich die Verhältnisse für je 100 Pfund der gewöhnlichen Maische von 3 bis 6Proc. Alkohol wie folgt:
Betrag desDestillates.
Alkoholgehalt derMaische.
Es müssen ab-destillirt werden
Alkoholgehalt
Verhältniß desAlkohols zum Wasser
im Destillate.
3 Proc.
20 Pfund
15,0 Proc. d. Gew.
1 : 5,66
4 »
25 »
16,0 »
1 : 5,25
5 »
29 »
17,2 »
1 : 4,80
6 »
33 »
18,2 »
1 : 4,50
Die Verhältnisse der letzten Eolumne sind natürlich nur die mittleren des^sammten Destillates, und es bedarf kaum besonderer Erwähnung, daß dasZuerst Uebergehende, der »Vor!aus« viel reicher, das zuletzt Uebergehende,
Nach lauf«, nur sehr arm an Alkohol ist. Jedenfalls muß, je nach derstarke der Maische, y 5 bis x /a abgezogen werden und bleibt 4 / 5 bis % Phlegma.
Man sieht zugleich, daß durch die einfache Destillation der Maischen eineÄstige Flüssigkeit erhalten wird, deren Starke 20 Proc. nicht erreicht. Da nun* c gewöhnliche Branntwein eine Starke von 40 bis 50 Proc. besitzt, so ist derUohoigehglt des ersteren Destillates, des »Lutters«, so gering, daß er jedeNutzung ausschließt und muß nothwendig verstärkt werden. Dazu sind zweier-^AZege gegeben: 1) wiederholte Destillation des Lutters; 2) Verstärkung der^,k>mpfe jhrem Weg nach den Verdichtungsapparaten. Die wiederholte De-! laßt schon auf den ersten Blick den Hauptmangel erkennen, nämlich^.^erholten Aufwand an Brennstoff, Zeit und Arbeit, aber sie kann mit denzieb Apparaten ausgeführt werden. Das Gegentheil findet in beiden Be-iu Un S«n bei dem zweiten Mittel statt, bei der Verstärkung der Dampfe. Um Ei,d,pnnnsich v Principien derselben eine klare Einsicht zu erlangen, ist es nothwendig, Alk°h°"g.h°a.ß. Verhältnisse zu vergegenwärtigen, in denen der Alkoholgehalt einer gei-^ssigkeit zu ihrem Siedepunkte und zu dem Alkoholgehalt der sich dar-sied ^"^'rkelnden Dampfe steht. Stets sind die Dampfe alkoholreicher als dieaikob^^° Flüssigkeit, und im Allgemeinen ist der Siedepunkt um so höher, jeMariner eine Flüssigkeit, und die Dampfe um so alkoholreicher, je niedriger" 27