428 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.
danken faßte, die Woulfs'schen Flaschen als Verstarkungsapparat anzuwenden.«tlarau. Er erhielt am Isten Juni 1801 ein Patent auf den ersten zusammengesetzten^'^,^"i^,^Destilljrapparat, der in einer einzigen Operation Spiritus liefert. Die inFig. 87 abgebildeten, damals sogenannten »Eier« sind ein Bestandtheil da-von. Die oben entwickelten, schon im Adam'schen Apparat enthaltenen Prin-cipien sind in einer unendlichen Zahl von Modificationen angewendet worden,nach Maaßgabe als man an der Hand der Erfahrung an der weiteren Aus-bildung arbeitete. Schon vor 1820 waren die Apparate von Dorn und Pi-ste rius eingeführt, welche hauptsächlich die Bahn zu den gegenwärtigen so ver-vollkommneten Einrichtungen gebrochen haben. So stand die Sache eine Zeitlang, bis die durch die Besteuerung hervorgerufene Methode des Dickmaischensin Deutschland eine neue Epoche in der Construction der Brennapparate her-vorrief. Durch die vermehrte Consistenz dieser Maische war die Heizung derBlasen über freiem Feuer nachgerade, wegen der größeren Gefahr des Anbren-nens, mißlich und unpraktisch geworden; man wendete sich zu dem naheliegend-sten Auskunftsmittel, welches diese Gefahr ausschließt, nämlich zur Dampf-Heizung. Die ersten Versuche, die Blase von Außen mit Dampf zu heizen,welche schon aus dem Anfange der zwanziger Jahre datiren, fanden aus gutenGründen so gut wie gar keinen Anklang. Sie scheiterten hauptsächlich daran,daß sie Dampf von höherer Spannung, mithin auch complicirtere, kostspieligereund aus den Landgütern schwer zu handhabende Einrichtungen nothwendigmachten. Erst durch die von G all auf directe Dampfheizung, d. h. auf De-stillation durch directes Einleiten des Wasserdampfes in die Maische gegründeteund im Jahre 1830 verössentlichte Eonstruction, war der für die landwirthschast-tiefte Praxis einzig brauchbare Weg gefunden, welcher seitdem von seinen Nach-folgern (worunter wieder Pistorius, ferner Schwarz u. A.) angenommenworden, und die.Destillation auf freiem Feuer, bis auf wenige Falle, wo siedurch die Qualität des Destillates bedingt ist, fast ganz verdrängt hat.
Die Destillation durch directes Einleiten von Dampf an sich hat zwarden Nachtheil, daß sich dieser anfangs und so lange in der Maische selbstverdichtet, bis diese ihren Siedepunkt erreicht hat, daß er die Maische m>th>"verdünnt und diese einen (um etwn 4 Proc.) schwächeren Lütter liefert. 3 n
Folge davon wird mehr Destillat erhalten und sind umfangreichere Rectificatoren
und Dephlegmatoren nöthig; es geht mit anderen Worten Brennstoff undverloren. Es ist jedoch nicht zu vergessen, daß der Dampfapparat, eben n>e>keine Gefahr des Anbrennens vorhanden ist, die Verarbeitung weit dickererMaischen erlaubt; dadurch compensirt sich die Verdünnung durch den Damps-denn über freiem Feuer kann die Maische nur von einem Concentrationsgraund einem Alkoholgehalt destillirt werden, auf welchen die Dickmaische beilausiSdurch die Dampfverdünnung gebracht wird. Die Dickmaische liefert daherDampfapparate einen Lütter, der nicht merklich schwacher ist als derjenige, fman aus der dünneren Maische über freiem Feuer erhalt. Durch zweckmäßigBenutzung des warmen Wassers aus dem Kühlfaß und Dephlegmator, dur.vollständige Benutzung der Warme der Lutterdampfe zu wiederholter Rec >ficativn in einer Operation, sowie überhaupt durch möglichste Vermeidung