Geistige Getränke- Branntweinbrennerei und Landwirthschaft. 459
Bei dieser Bedeutung des Branntweinbrennens ist es doppelt zu bekla- Di,8°n, daß die Schlempe niemals Gegenstand einer chemischen Untersuchung war.^-)n"!'n.Aus der Art ihrer Entstehung weiß man, daß sie den unaufgeschlossenen Theil
Frucht oder Kartoffeln, sowie von dem durch den Maischproceß ausgeschlosse-'"""'^"^'^en Theil alles enthalt, was weder bei der Gahrung noch bei der DestillationDi- ed,[,t,n».fto) verflüchtigt, also überhaupt: mehr oder weniger unveränderte Schrottheile*wd Kartoffelstücke; ferner unvergohrenen Zucker, Dextrin, extractive Theileaus Schaalen und Hülsen; Zellensubstanz; die eiweiß- und kleberartigen StoffeiUw großen Theil sehr verändert, in Gestalt von Hefe; endlich in geringer^enge Milchsäure, Essigsaure, Fuselöl, Weingeist und zuweilen (bei Maischebon gekeimten Kartoffeln) Solanin, eine giftige organische Base, deren nach-teilige Wirkung auf das Vieh man öfter beobachtet haben will. Die Schlempe^consistenter bei Dickmaischen und bei Destillation über freiem Feuer, als bei^unnmaischen und Dampsdestillation.
In her Landwirthschaft nimmt man nach empirischen Erfahrungen den»Utterwerth der Schlempe in der Regel nur zur Hälfte *), zuweilen zu 2 / 3 vomvUtterwerth der Kartoffeln an, woraus sie (mit Zusatz von 5 — 7 Pcocent. Ucht) erzeugt ist. Die Schlempe von Getreidebranntwein besitzt natürlichweit höheren Nahrungswerth. Von der Theorie aus laßt sich nichts Be-u'ninites über diesen Werth der Schlempe angeben, weil man über den Be-* Cst 8 der einzelnen Bestandtheile nur unsichere und über die Verdaulichkeit (As- .stwilixhgx^jt) derselben, besonders der Hefe, gar keine Kenntniß hat. Indessen' eine Vergleichung des Nahrungswerthes der verarbeiteten Stoffe und derchlempe, nach dem Verhältniß der blutbildenden Stoffe zu warmeerzeugen-w bemessen, nicht ganz ohne Interesse. Nach den S. 455 d. B. mitgetheilten^staben erhalt man von 100 Pfd. Kartoffeln und 7 Pfd. Frucht 8,24 Pfd.
bluten Alkohol, entsprechend 16,1 Pfd. Stacke. Es enthalten nun:
Eiweiß und Sonstige Trockene
Kleber Sloffe Substanz
die 100 Pfd. Kartoffeln . 2,5 Pfd. . 22,5 Pfd. . 25 Pfd.
-T^die 7 » Frucht . . 1,1 » . 5,9 » . 6 »
beide zusammen ... 3,6werden davon abgezogen die
28,4 » 31 »
16,1 Pfd. Starke, welche als
?k°h°l weggehen, so bleibt . . 3,6 Pfd. + 12,3 Pfd. = 15,9 Pfundwelcher die trockene Substanz der Schlempe abgiebt. Demnach geht fastHalste der Trockensubstanz der Maischstoffe mit 3,6 Pfd. Kleberstoffen in,£* Schlempe. Nach dem Gehalt an Kleberstoffen bemessen, wäre mithin der^brungswerth der Schlempe sogar höher, als der Kartoffeln (ohne Frucht),^°w>us sie entstanden ist. Wenn nun nach der praktischen Erfahrung der"9rungswerth der Kartoffeln bei ihrem Uebergang in Schlempe auf die Halste
fällt,
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w setzt dies voraus, daß die Schlempe nur noch oder 1,25 Pfund
n sj~ ono Pfd Kartoffeln, oder der Schlempe
) Es werden nemlich 100 Pfd. Wresenheu 20 wl
"vn 400 Pfd. Kartoffeln gleichgesetzt.