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Zweiter Band.
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464 Fünfte Gruppe- Die Nahrungsmittel betreffende u- landwirthsch. Gewerbe.

auf- und abwärts je 2°,777 C. bedeuten. Man braucht also nur jedesmal so-viel Volumprocente ab- oder zuzuzahlen, als das'Thermometer Theilstriche überoder unter 0 steht.

Da sich die erwähnten Tabellen in jedem Lehrbuche der Physik finden, somag die vorstehende Entwickelung der für die Praxis wesentlichen Grundsätzehier genügen.

In Deutschland nennt man die Gewichlsprocente meist Richt er'scheProcente (weil Richter zuerst Gewichtsprocentalkoholometer construicte *) >die Bezeichnung der Starke einer geistigen Flüssigkeit nach Gewichtsprocentenist indessen fast ganz durch die Bezeichnung nach Procent Tralles, oder, wasdamit gleichbedeutend ist, nach Volumsprocenten verdrängt worden. — Auchin Frankreich ist sie die herrschende. Man bedient sich daselbst des Alkoholo-meters von Gay-Lussac, welches ebenfalls für Bolumprocente aber für dieNormaltemperatur — 15° C. (nicht 15°,55) construirt ist; doch ist auch derCartier'sche Alkoholometer (mit willkürlicher Scale, welche keine Procenteanzeigt) noch viel im Gebrauch. — Die landesübliche Bezeichnung der Starkeder geistigen Flüssigkeiten in Großbritannien hat eine ganz verschiedene Grund-lage. Man vergleicht daselbst diese Flüssigkeiten mit dem als normal angenom-menen Weingeist von 0,918633 spec. Gew. bei 60" F., »proof spirit« genannt,wonach gesetzlich die Steuer berechnet wird, und drückt die Starke einesBranntweins oder Weingeistes durch die Quantität Wasser in Procenten sei-nes Volums aus, welche diesem Weingeist oder Branntwein zugefügt (ov«eproos) oder entzogen werden müssen (under proof), um ihn in proof spir' 1zu verwandeln.

Entfuselung des Branntweins.

So wenig man darüber im Zweifel sein kann, daß die gewöhnlichesBranntweintrinker einen gewissen Fuselgehalt als wesentlichen Bestandtheil desBranntweins ausdrücklich verlangen, so gewiß ist derselbe für andere Anwewdüngen ein reiner Nachtheil, der durchaus vorher beseitigt werden muß, 9 an *besonders beim Kartoffelbranntwein. So bei der Anwendung des Brannt-weins in der Pharmacie, in der Parfümerie und zu Likören. Die Entfuselung,die theils von den Producenten, theils von den Consumenten ausgeführt wir,ist daher ein wichtiger Nebenzweig, für welche im Laufe der Zeit viele unmannigfache Mittel theils vorgeschlagen, theils ausgeführt worden sind, letzte^reö mit sehr ungleichem Erfolg. Einige sind auf eine chemische, andere »nzwar die besten auf eine mechanische Wirkung berechnet; einige bezwecken eiwirkliche Ausscheidung, andere nur eine Veränderung, wieder andere eine b°vEinhüllung oder Maskirung des Fuselöls. Die chemischen Mittel beruhen th"auf mangelhafter Kenntniß der Eigenschaften des Fuselöls, oder mangelhasBerücksichtigung der Umstände, unter denen sie benutzt werden können.

Schon im Jahre 1807, also lange bevor man die Natur der Fuss

') Welche übrigens nicht die wahren Gewichtsprocente angeben.