Geistige Getränke. Anhang, die Preßhefe. 469
tigkeit gegen höhere geistige Interessen charakterisiert. Man hat die auffallendekörperliche Beschaffenheit der Biertrinker vielfach aus der Beschaffenheit desBieres selbst zu erklären gesucht und diesem Getränk eine besondere Nahrhaf-tigkeit oder Fähigkeit zugeschrieben, die Blutbildung zu befördern. Wenn esw diesem Betracht auch dem Wein und dem Branntwein überlegen ist, sokäun doch diese Fähigkeit überhaupt nicht von Belang sein und sie ist wohl"'ehr auf Rechnung der sonstigen Lebensweise der Biertrinker zu setzen. Erst*0 Litres (20 Schoppens Bier enthalten 1 Pfund feste Substanz, worin zwarKleberstoffe und phosphorsaure Salze sind, die aber dennoch in Betracht derNahrhaftigkeit hinter dem Brod oder Mehl beträchtlich zurücksteht. Mit mehr^rund dürfte der Einfluß des Bieres auf die intellectuellen Fähigkeiten in denNarkotischen Eigenschaften gesucht werden, die es den Hopfenbestandtheilen ver-dankt. Das Biertrinken dürste einigermaßen einem combinirten Genuß von^pwm und Spirituosen zu vergleichen sein.
Anhang. Bereitung der Preßhefe.
Bei der Bierbrauerei entsteht die Hefe in einer gehopften Würze und ist^ständig Nebenproduct, d. h. alle Rücksichten auf Menge und Güte der Hefegegen die gleichnamigen Rücksichten für das Bier zurückstehen. Die
Muffe«
^ler^efc ist zwar ein gutes Ferment, aber nicht auf dem Höhepunkt ihrer Güte,muß für viele Zwecke wegen des Hopfengeschmacks ausgewaschen werden,li?/ n ' e °^ m Schwächung ihrer Wirksamkeit geschehen kann; die Brauereiensie endlich bei der großen Ausdehnung der Gährungsgewerbe bei weitemder me ^ c ’ n ausreichender Menge. Es war daher eine sehr natürliche Folge(jj c imstande, daß man alsbald darauf Bedacht nahm, die Hefenbereitung zumb^"Hand einer besondern Industrie zu machen und damit für dieses unent-• < ^ IC S^ ernient eine Quelle zu eröffnen, welche es zugleich wirksamer unddj, °'ch reichlicher liefert, als die bisherigen. Es v-rsteht sich von selbst, daßod/r nei<c Industrie ihr Product nicht etwa durch einen ganz neuen Proceß^ slU8 bisher nicht angewandten Stoffen schafft, denn die Hefe ist stetssjh u " der geistigen Gahrung und kann nicht anders, als aus gahrendenöefl h* 1 aber Würzen erzeugt werden. Das Neue der fraglichen IndustrieOiu • nuc darin, daß man die Hefe zum Hauptproduct macht und die Gah-in jf.' n diesem Sinn einleitet und durchführt. Die Hefe allein würde nunder Satt hinreichenden Gewinn bringen; es ist daher nothwendig, sie mit^innung eines geistigen Getränkes •— und zwar, weil die Brauerei sichHeg des Hopfens nicht eignet — mit der Gewinnung des Branntweins alsbroduct zu verbinden. —
Ki * Gewinnung der Hefe fetzt vor allem einen Rohstoff voraus, welcherso nber eni3 Kleberbestandtheile enthält; man wählt also niemals Kartoffeln,bog 1 Getreide. Nach der Erfahrung eignet sich am besten ein Gemenge
u «t ofn, J eil Erstenmal; mit 3 Theilen Roggen, weniger eignet sich Waizen,b-ie cc . n theurer ist. Beim Einmaischen nimmt man einen Wasserzusatz,^bstan" f ^bhaften Gahrung am besten entspricht, also auf 1 Theil trockener7 Theile Wasser; aus demselben Grunde, nämlich um eine kräf-