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Zweiter Band.
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Die Essiggewinnung. 1) Aus geistigen Flüssigkeiten. 475

für den ächten Weinessig, z. B. in Frankreich für den berühmten Orleansessig!c - Indessen ist sie auch, aber keineswegs so allgemein, für alle übrigen Essig-arten in Anwendung. Es gehören zu diesem einfachen Betriebe vor Allem ge-eignete L orale und zur Essigbildung passende Gefäße.

Das Local, oder die »Essigstube-- muß neben denjenigen Anforderungen,kte sich von selbst verstehen, als: Trockenheit, gehöriger Schluß der Thüren undFenster, Geräumigkeit rc., auch so eingerichtet und gelegen sein, daß sich darinDiejenige Temperatur zu jeder Jahreszeit und jeder Witterung leicht erhaltenlaßt, welche die Essigbildung erheischt. Wenn diese auch bei allen Temperatu-Ce *t zwischen 10° und 30° 9t. erreicht werden kann, so haben sich doch erfah-^ngsmäßig (aus oben namhaft gemachten Gründen) die engeren Gränzen von20° o^r 22° R. bis 26° oder 28° R. als die vorlheilhaftesten bewiesen. Wennauch ein Grad mehr oder weniger keinen unmittelbaren Nachtheil bringt, wennauch in vielen Fabriken wegen der nächtlichen Unterbrechung der Arbeit dieTemperatur periodisch um mehrere Grade sinkt, ohne daß der Fortgang desProcesses dadurch unterbrochen wird, so ist es doch durchaus rathsam, solcheAbwechselungen und Unterbrechungen — welche stets störend wirken — so weitcg der Betrieb irgend erlaubt, zu vermeiden und auf die Erhaltung einer fteti-8% gleichbleibenden Temperatur hinzuarbeiten. Zu dem Ende muß die Essig-^ube n>o möglich gegen Mittag gelegen und heizbar sein. Weil durch dieSäuerung die Luft ununterbrochen entsauerstofft wird, so ist es zweckmäßig,le Heizung so einzurichten, daß das Feuer seinen Zug von innen, also aus dem^'Mmer empfängt und so den nöthigen Luftwechsel bedingt. Weil ferner ganzausdrücklich eine stetige Wärme erforderlich wird, so sind nicht eiserne, schnellUzende, sondern thönerne, langsam aber dauernd heizende Oefen die paffen-J n , deren Masse alsdann im richtigen Verhältniß zum Raum der Essigstube'"hen muß. —

Die Gefäße, worin die Essigbildung vor sich geht, sind zuweilen große

stej

""ne (thönerne) Töpfe, mit etwas zusammengezogener aber ziemlich weiter

^effnun

g, aber bei weitem am gewöhnlichsten und fast allgemein hölzerne

Her.

. Sind die Fässer neu, so müssen sie vorher sorgfältig durch längeres Ein-eichen in kaltes Wasser, oder durch wiederholtes Ausbrühen mit heißem Was-"der Dampf ausgeloht, d. h. von den extractiven, gerbenden Stoffen des^ 'chen.-) befreit und wieder getrocknet werden. Die Fabrikanten er-

paren sich aber diese Mühe in der Regel dadurch, daß sie keine neuen, sonderngenannte »weingrüne--, d. h. Fässer anwenden, worin längere Zeit Wein oder^anntwein gelagert gewesen. Diese sind dadurch ausgeloht und die an dieEe der extractiven Materien in den Poren des Holzes getretenen Stoffe(g , H eher verbessernd, keinenfalls schädlich auf die Güte des Essigs. Bei derbild°^ ber äu wählenden Fässer kommt der Umstand in Betracht, daß die Essig-g Un 9 ^ ausschließlich von der Oberfläche der Flüssigkeit ausgeht. Bei sehr^°eu Fässern ist der Spiegel der Flüssigkeit zu klein im Verhältniß zu ihremkiefel&e Flüssigkeitsmenge in eine entsprechende Zahl sehr kleinerCf vertheilt, so gewinnt sie dadurch stark an Oberflache, aber das Füllen