Die Essiggewinnnng. 1) Aus geistigen Flüssigkeiten. 477
Es begreift sich ferner leicht, daß die in Essi'gsauerung begriffene Flüssigkeit in R-ri-uf^n Fässern auf diese Weise allmalig auf einen hohen Grad des Säuregehaltessiebracht werden kann, wenn man zuletzt geradezu von Zeit zu Zeit etwasBranntwein zusetzt. Denn der Branntwein, mit dem Inhalt des Fasses ver-wischt, ist alsdann hinreichend verdünnt, um Essig zu werden, und findet reich-Ferment vor, was nicht der Fall gewesen wäre, wenn man die ganze nachnach eingetragene Alkoholmenge auf einmal als Essi'ggut eingetragen hatte.
~~~ Es liegt auf der Hand, daß durch die bloße Spundöffnung der Austauschverdorbenen mit frischer Luft nur sehr langsam, fast nur mittelst der Dif-utsi'on vor sich gehen kann- Es ist darum ein weiterer Vortheil, den viele"sbrikanten benutzen, eine lebhaftere Strömung in der Weise hervorzubrin-daß man in einem oder in beiden Böden des Fasses, und zwar nahe überSpiegel der Flüssigkeit, ebenfalls Oeffnungen anbringt. Die Luft strömtwsdann in diese Seitenöffnungen ein und aus dem Spundloch aus, wahrendunterwegs ihren Sauerstoff mehr oder weniger an die Flüssigkeit zur Essig.
"dung abgiebt, die sich nunmehr, wie gesagt, von selbst entwickelt und voll-
endet.
Man darf übrigens nicht übersehen, daß hierbei — wiewohl in secundarer.olle — ein Umstand mitwirkt, ohne welchen dieser Vorgang entweder garin dieser Weise ausführbar sein, oder doch unendlich viel langsamer ver-.^fen würde. Dieser Umstand ist die Vermehrung des specifischen Gewichtesgeistigen Flüssigkeit, während sie sich in Essig verwandelt. In der Thatogiebr dies die nachstehende, von Balling angegebene, Tabelle für acht FälleOch den nebenstehenden numerischen Werthen:
lewichtsprocente
Sp ecif.
Gewicht
Zunahme desspecif. Gew.bei der Essig-bildung.
kmischeS
lkohol.
des Essigs an was-serfreier Essig-säure.
des verdünnten
Branntweins.
des erzeugtenEssigs.
1
1,100
0,9982
1,00208
0,00388
2
2,185
9965
00403
00753
3
3,251
9948
00592
01112
4
4,312
9931
00773
01463
5
5,358
9914
00953
01813
6
6,382
9897
01134
02164
7
7,397
9878
01307
02527
8
8,399
9860
01481
02881
«tt
feh Der Cubikfuß einer Flüssigkeit von 6 Proc. Alkohol wird also durch des-2 Umwandlung um beiläufig 1 Pfund schwerer; dieses Uebergewicht erzeugte wohlthätige Strömung, indem die schwer gewordenen Essigtherle nach unten,