Band 
Zweiter Band.
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482
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Di« Essig-bildner.

482 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschastl. Gewerbe.

Hobelspahnen von Buchenholz ausgefüllt. Es hat einige Schwierigkeit, dieseSpahne so herzustellen, daß sie gehörig dem Zwecke entsprechen: sind sie zudünn, so legen sie sich durch ihren eigenen Druck flach auf einander; sind siezu dick, so bleiben sie von vorn herein flach und es geschieht dasselbe. Damitsie sich nun gehörig kraus-ln und aus die Dauer locker auf einander geschichtetbleiben, so hobelt man sie am besten aus grünem .stolz, welches am geschmei-digsten ist, und verändert die Stellung des Hobeleisens, d. i. die Dicke derSpahne, so lange, bis sie gehörig gelockt erscheinen. Viele Fabrikanten ziehenes vor, die Spahne aus grünen Buchenklötzen mit der Handaxt zu hauen;solche Spahne bleiben schon um deswillen lockerer, weil sie von viel unregelmä-ßigerer Gestalt ausfallen. Ueber diese ü bis 6 Fuß mächtige Lage von Spah-nen kommt ein zweiter Siebboden, ebenfalls auf angenagelte Vorsprünge, z»liegen, der durchweg mit Oeffnungen von der Weite einer Federspuhle versehe»ist, die je 1 oder l l / 2 Zoll von einander abstehen. Die Spahne und diesesSiebboden bilden zusammengenommen denjenigen Theil des Essigbildners, derdie so wesentliche Zeriheilung der Flüssigkeit bewirkt. In der That, wenn dasEssiggut auf den Siebboden gegossen wird, so soll es sich in eben so vielen dün-nen Strahlen, als dieser Öessnungen hat, über die Spahne ergießen; diese abersind dazu bestimmt, jeden einzelnen Strahl so zu brechen, daß er noch mehrzertheilt, sei es in feinen Tropfen, sei es in sehr dünnen Schichten über dieFläche der Spahne ausgebreitet, — allmalig von oben nach unten gelangt.Denn waren die Spahne nicht vorhanden, so würden die einzelnen Strahlet!nicht nur nicht weiter vertheilt, sondern auch im freien, ungehinderten Falle beiweitem zu schnell den Boden erreichen, als daß der Luft die gehörige Zeit z»tEinwirkung gegönnt wäre. Die Spahne bezwecken daher dasselbe, was dieDornenwande bei der Salzgradirung bewirken, und es werden die Essigbildnerdarum auch recht passend »Gradirfasser-- genannt.— Es sind indesseneinige Vorsichtsmaßregeln vonnöthen, damit der obere Siebboden jenetheilung des Essiggutes in einzelne Strahlen auch wirklich hervorbringt-. Zu-vörderst ist zu verhindern, daß die Flüssigkeit nicht ihrer Hauptmasse nackzwischen dem inneren Rande des Fasses und den Spahnen niederschießtzu dem Ende verkeilt man entweder die Fuge zwischen dem Rande des Sieb^Hodens und dem Fasse mit Werg, oder man nimmt anstatt des Siebbodensbesser einen flachen Bottich oder eine runde Wanne, deren Rand auf gleicheHöhe mit dem des Fasses reicht, und giebt diesem Bottich einen so großs"äußeren Durchmesser, daß er eben, mit wenig Spielraum, in die lichte Weitedes Fasses paßt.

Ferner ist zu berücksichtigen, daß der Siebboden oder Bottich vollkommehorizontal eingesetzt werden muß, damit sich die Flüssigkeit nicht vorzugswei^nach der tieferen Stelle begiebt. Allein selbst bei völlig horizontaler 'Lses Theiles würde die Flüssigkeit, so wie sie aus den Löchern herausquillt, Min gesonderten Strahlen zu fließen, vielmehr an der unteren Flache vielfach isammenrinnen und die Zertheilung wieder aufheben. Um diesem Uebelflanzu begegnen, hatte man anfangs kurze Stücke Bindfaden, die etwa 1 3°^ten hervorragen und oben mit einem Knopfe versehen sind, eines in jede