Die Essiggewinnuvg. 1) Aus geistigen Flüssigkeiten. 483
«Ung des Siebbodens gehängt. Sie verengen die Oeffnung etwas, bilden da-durch einen feineren Strahl und führen diesen, vermittelst der Adhäsion, anihrem unteren Ende so fort, daß er isolirt bleibt und mit den benachbarten nichtUiehr zusammenfließen kann. Weil die Bindfaden stark quellen und die Oeff-Uungen leicht versetzen, so hat man sie spater durch kurze Vogelfedecn, drei-lchneidige Holzstifte ic. ersetzt. Am häufigsten werden jedoch, als das Einfach-^ und Naheliegendste, ausgedroschene Kornähren angewandt, deren etwas ab-Zestutzte Aebre als Knoten das Durchfallen verhindert, wahrend der Halm, wieder Bindfaden, durch das Loch hangt.
Bei den gewöhnlichen Essigvildnern, wie den in Fig. 115 und 110 abge-bildeten, ist es die durch den chemischen Proceß frei werdende Warme, welcheLuft im Inneren der Fässer über die Temperatur der äußeren erwärmt unddadurch auf die Dauer des Processes, nach dem Princip der Kamine, in steterBewegung erhalt. Zu dem Ende ist dem Luftstrome von unten Zutritt unddon oben ein Ausweg eröffnet. Nämlich nahe über dem falschen Boden, wor-auf die Spähne ruhen, sind symmetrisch um die Peripherien des Fasses 6 bis® Zoll weite Oeffnungen — und zwar in schiefer Richtung abwärts gebohrt,^Mit die am Rande des Fasses herabrinnende Flüssigkeit nicht auefließen kann.
diese Oeffnungen treten ebenso viele Luflströme ein, verbreiten sich in den^'vjschencaumen der Spähne, wo sie eine namhafte, aber beabsichtigte Reibungdadurch verminderte Geschwindigkeit erfahren — und steigen allmalig auf-wärts, bis sie den oberen Siebboden erreichen. Dort finden sie ihren AuswegUrch Oeffnungen (siehe die Abbildung), in welche Röhren von Holz, gewöhn-von Glas eingesetzt sind, die so hoch sein müssen, daß ste die Oeffnungenvon dem aufgegossenen Essiggute frei halten. Wenn man ein Licht an
Di, Ssflg
e>N
8-b
at0 ' ber unteren Zugöffnungen halt, so sieht man, wie die Flamme sogleich ein-der°?^" roilrb; au f b, ' e s e A" überzeugt man sich a mbesten von der Thätigkeit
überflüssige Verdunstung zu vermeiden, pflegt man das Faß mit ei-öeu ® Ut schließenden Deckel zu versehen und die Fugen mit Papier zu verkle-’ ln der Mitte des Deckels ist eine weite Oeffnung mit Schieber ange-cher bucc & welche der Luftstrom austritt und regulirt werden kann. Ein sol-stcb ^^ckel muß aus zwei Lagen Brettern zusammengefügt sein, deren FasernUieid ^^^"' Um unvermeidliche und sehr bedeutende Werfen zu ver-
g dem Gebrauche der Essigbildner müssen alle Holztheile, besonders diebchj ^ gehörig ausgeloht und vollkommen getrocknet sein; für die Spähne"ran sich am besten einer Malzdarre oder eines Darrofens. Nachdemstu f diese Weise vorbereitet, die Spähne eingesetzt und die übrigen Theileihre^°"gefügt sind, stellt man sämmtliche Fässer, deren jede Fabrik je nachUmfang 6, 10 bis 20 besitzt, 'auf Lager von Balken, die so hoch sein^Utera' bst ® man zum Auffangen des abfließenden Essiggutes bequem Eimer(j; Itetfen kann — und gießt reinen, möglichst sta'rken, fertigen Essig zumHol-,tz°""" auf. Anfangs wird derselbe stark von den Spähnen und denanden eingesaugt,- das Ablaufende sammelt sich in dem unteren Theile
31 * ■