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486 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende in landwirthschastl. Gewerbe.
ist, oder nicht, bedient man sich am besten des Aräometers. — Außer dem an-genehm weinig sauren Geruch, der sich aus den Esflgbildnern entwickelt, istnoch eine andere Erscheinung auffallend, nämlich die selbststandige Wärmeent-wickelung im Innern der Fässer; sie macht sich als eine Temperaturerhöhungvon 6 — 8° C. bemerklich, die mit der Thätigkeit in denselben steigt und fällt.Weil sie den besten Prüfstein über den Gang der Esflgbildung abgiebt, so sindin allen gut eingerichteten Fabriken die Fässer in der halben Höhe mit einerOeffnung versehen, in welche vermittelst eines durchbohrten Korks ein Thermo-meter eingelassen wird, dessen Scala hervorsteht. Wenn man Essig von 5 Proc.Stärke verfertigt, so ist dazu (nach oben) eine Mischung von % 5 Alkohol nö-thig, welcher bei seiner Umwandlung so viel Wärme erzeugt, daß damit die25 Gew.-Thle. Mischung auf 85° C. erwärmt werden können. Wenn die Um-wandlung nun zusammengenommen 12 Stunden dauert, so wird die Tem-peratur um — 7,1° C. über die Temperatur der Umgebung steigen, oder
um so höher, je stärker der Essig und je rascher seine Bildung stattfindet undumgekehrt. —
Bei der Zubereitung der Essigmischung verfahren nicht alle Praktiker aufgleiche Weise, sondern es finden Verschiedenheiten statt, die nicht Übergängenwerden können. Anstatt nämlich das betreffende Quantum Branntwein gleichanfangs auf einmal zuzusetzen, pflegen Viele dasselbe zu fractioniren und beidem ersten Uebergießen z. B. 6 / I0 , vor dem zweiten Uebergießen 3 / i0 und vordem letzten Uebergießen das fehlende y 10 hinzuzufügen. Es ist dies allerdingsrationeller, denn da bei dem ersten Durchgehen des Efsiggutes durch die Essig'bildner ein Theil des Alkohols, gesetzt die Halste, der Umwandlung in Essigentgeht, so wird von dieser Halste doch so viel verdunsten und durch den Luft-zug verloren gehen, als der herrschenden Temperatur entspricht. Diesem Ver-luste wird durch das Frackioniren vorgebeugt; es sollte nie unterlassen wer-den, wenn man starke Essige macht, d. h. solche, die fünf oder mehr Procententhalten.
Der gewöhnliche Essig kann nur auf geringe Entfernungen versendetwerden, weil die Transportkosten, des sehr hohen Wassergehaltes wegen,bald in ein ungünstiges Verhältniß mit seinem Werthe treten. In demselbenSinne, wie man in Branntweinbrennereien Spiritus erzeugt, fabricirt mandaher seit den letzten Jahren einen Schnell-Essig von der doppelten Staredes gewöhnlichen, d. h. von 8 —10 Proc., sogenannten « Essigsprit--, w^durch den Essigsiedereien ein weiteres Feld der Eoncurrenz, ein größerer Mnrgesichert wird. — Bei der Verfertigung von solchem Essigsprit ist jenes Fra^tioniren besonders an seinem Platz und durchweg gebräuchlich. Um Essigfpt'von 8 — 9 Procent Säure zu erzeugen, macht man z. B eine Mischung von12 Vol. fertigem Essigsprit als (Essigferment), 1,5 Vol. Syrup und 193Wasser. Dazu mußten, um jenen Säuregehalt zu erzielen, 33 Vol. ®P' rltvon 80 Proc. gesetzt werden. Man setzt aber vorerst nur 15 Vol. zu und ndies schwächere Gemisch durch den ersten Esst'gbildner gehen, aus welchem
mit etwa 4 Proc. Saure abläuft. -Man setzt zu diesem 4procentlgen
Essig