Band 
Zweiter Band.
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488
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488 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthfchaftl. Gewerbe.

iiT'effaflu". Dieser Bedingung kann in der Ausführung auf zwei Wegen genügt wer-den: entweder ventilirt man direct und unmittelbar das Gradirfaß, oder manstellt einen gehörigen Luftwechsel in der Esstgstube her und laßt alle Zugöffnun-gen des Essigbildners frei mit diesem vcntilirten Raume communiciren.. Inbeiden Fallen schöpfen die unteren Zuglöcher ihre Luft aus der Esstgstube, imersten Falle aber wird sie bei ihrem Austritt durch die oberen Zugöffnungen inRöhren aufgefangen und in's Freie geleitet; im zweiten Falle dagegen, der inder Praxis bei weitem der häufigste ist, strömt diese verbrauchte Luft immerwieder in die Esstgstube zurück.

Aus diesem Sachverhalt folgt, daß die Ventilation der Esstgstube für alleFalle eine Nothwendigkeit ist. —

’feei dem alten, langsamen Verfahren war der zufällige Luftwechsel durchdie Ritzen der Thüren und Fenster, durch das Aus- und Eingehen k., hinrei-chend, um den sehr langsamen Verbrauch an Sauerstoff auszugleichen.Ventilation fand gleichsam von selbst, ohne besonderes Zuthun, statt und warjedenfalls ein Moment, welches sich der Aufmerksamkeit des Essigfabrikanten inkeiner Weise aufdrängte. Mit solchen Gewohnheiten und Vorurtheilen adoptirteman nun die neue Methode der Schnellessigfabrikation, und war viel zu weniggeneigt, einzusehen, daß bei der nunmehr so bedeutend vermehrten Intensitätdes Esstgbildungsprocesses der bloß zufällige Luftwechsel nicht mehr ausreichendsein konnte. Zu gleicher Zeit flößte der sonst richtige Grundsatz des ZusammeN-haltcns der Wärme in der Esstgstube der Praxis eine Abneigung gegen einekräftige Ventilation ein, bei welcher nothwendig viel warme Luft als scheinbarerVerlust entweicht. Ueber die Quantität des Luftverbrauches in einem Gradir-fasse, der das natürliche Maaß der Ventilation ist, kann man sich leicht durchRechnung einen bestimmten Begriff verschaffen.

Angenommen, es seien in einer Esstgstube von 384 Eub.-Met. Inhalt(12 Met. lang, 8 Met. breit und 4 Met. hoch) 30 Esstgbildner aufgestellt,welche täglich 13 Ohm (— 13 X 160 Litres) fertigen Essig zu 5 Proc. EssiXsäurehydrat liefern, so wird dazu (nach S. 472 d. B.) der Sauerstoff von 18 ^Eub.-Met. Luft vollständig verbraucht. Mithin wäre — selbst wenn die Hvlz^masse des Mobiliars nicht abgerechnet wird — der Sauerstoff der in der Essige

stube befindlichen Luft alle ^7 X 17 = 35 Stunden vollkommen absorbirt

und es müßte diese Luft wenigstens alle 35 Stunden erneuert werden. ^sie hierbei nicht anders als mit der Temperatur der Esstgstube, z. B.< 2 (>oentweichen kann, so ist der ganze Betrag der dabei fortgehenden Warme eiprincipmäßiger Verlust, der höchstens durch Nebenbenutzungen vermin ewerden kann.

Wenn sich nun nach der vorstehenden Berechnung schon ein starkes 1tilationsbedürfniß, d. h. ein Bedürfniß von 384 Eub.-Met. Lust in 35den herausstellt, so darf dabei nicht übersehen werden, daß eben diesenung von der völlig unmöglichen' Voraussetzung ausgegangen ist,der Essigbildungoproceß bis zur gänzlichen Erschöpfung des Luftsauerstoffstehen und fortdauern. In der Wirklichkeit wird er schon zum Skillstan