Die Essiggewimmng. 1) Aus geistigen Flüssigkeiten. 491
Wehr unmöglich, etwas Bestimmtes anzugeben, da — wenn auch alles Uebrigebekannt ist und berechnet werden kann — der Widerstand, welchen der Zug beiseinem Durchgänge durch die Spahne erfahrt, aus natürlichen Gründen durch-aus wechselnd und in jedem einzelnen Falle ein anderer ist. Man wird daher^M besten thun, die Eintriltsöffnungen in größerer Anzahl anzulegen und dieAbzugsöffnungen so weit zu wachen, daß sie zusammengenommen eben so viels^rie Oeffnung bieten, als die Summe der ersteren. Diese, also die Eintritts-vffnungen regulirt man mittelst Pfropfen so, daß die Temperatur im Essig-bildner ihren höchsten Stand behauptet; die Abzugsöffnungen laßt man dagegensämmtlich offen, weil doch nie mehr Luft oben entweichen kann, als man untendurch das Reguliren einlaßt.
Die Erfahrung lehrt, daß man selbst bei gesundem Gange und regel-mäßigem Betriebe immer etwas weniger und zugleich schwächeren Essig erhalt, ^Ä' 19 “^ die Quantität und Starke des Essiggutes der Theorie nach liefern sollte.
Der Verlust an der Quantität des Essigs ist nicht von Belang; er betragt dem^uße nach 1 bis 1% Proc.; dagegen ist die Einbuße, die man an seinerDualität oder Stacke erleidet, viel bedeutender.
Vielfache Untersuchungen haben dargethan, daß das, was man fertigen^sßg nennt, also die von dem Essigbildner abgenommene Flüssigkeit, stets eineZwiste Menge unveränderten Alkohol enthalt. Man kann sich davon leicht^erzeugen, wenn man den Essig mit Kali genau neutralisirk und der Destil-iativn unterwirft — Wird nun der unveränderte Alkohol des Essigs und der^ gebildeten Essigsäure entsprechende Antheil zusammengenommen von demAlkoholgehalt des verarbeiteten Essiggutes abgezogen, so wird sich stets ein^whoster Unterschied ergeben, welcher den mit der Fabrikation verbundenenAlkoholverlust vorstellt. Es liegt auf der Hand, daß diese Verluste von derVerdunstung herrühren, wodurch ein Theil der im Essiggute enthaltenen Flüs-'gkeiten als Dampfe mit der Luft fortgeführt werden. Schon der Geruch laßtw Alkohol, wohl auch unter Umstanden den Aldehyd erkennen, daß aber auchnigsaure verdampft wird, beweist das schleunige Angegriffenwerden des Kalk-rpuhes der Essigstube und die Bleizuckerbildung am Fensterblei da, wo dieaus den Fässern hingelangen kann. — Der in Rede stehende Verlust durchrrdunstung wird stets im Verhältniß der Temperatur der Essigbildner undLuftmenge stehen, welche die Fässer passtrt. Selbst wenn aller Sauerstoff2 Fässern absorbirt würde, so würden doch immer % vom Volum deran Stickstoff entweichen und eine bemerkliche Menge Dampfe entführen:
^ "ber, wie es sich in der Praxis gestaltet (wo die Absorption unvollständig ist),
«!*. nicht bloß der Stickstoff der verbrauchten, sondern auch die Masse der un-durch die Fässer streichenden Luft an dieser Verdunstung betheiligt sein.
Und ^*"3* der unthätigen Lust ist groß bei schlechtwirkender Gradireinrichtungej^.^ungelhastor Vertheilung des Essiggutes; sie ist kleiner, wenn die Gradir-Luft i e >ne vollständigere Zertheilung desselben und Berührung mit dersan,k°^'.E- Da nun selbst bei gleicher Herstellung und möglichster Aufmerk->ve»/" bie Gradirvorrichtungen verschiedener Essigbildner und Fabriken —
" Ungleichheit in Beschaffenheit in der Schichtung der Spahne, wegen