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Zweiter Band.
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492 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschastl. Gewerbe.

Ungleichheit in der Lage und dem Zustande der Seihebottiche rc. — große Ver-schiedenheiten in ihrem Nutzeffect darbieten, so ist man über die Menge der un-thätig durchstreichenden Luft und folglich den Betrag des Fabrikationsverlustesstets in Ungewißheit. Zu einem allgemein gültigen Anhaltspunkt über dieGröße und über die Mittel zur Verminderung dieser Verluste sind die vorhan-denen genügende Beobachtungen zwar bisjetzt viel zu vereinzelt, gestatten jedocheinige Einsicht in diese Verhältnisse. So ergab sich, daß in einer Fabrik voneher mittelmäßigem als gutem Betrieb, worin die Vertheilung des Essigguteswie in der Fig. 116 bewerkstelligt wurde, von je 100 Pfund Branntwein (zu45 Proc. Tralles) der verarbeiteten Mischung 60 Pfo. wirklich in verdünnteEssigsäure verwandelt wurden, 30 Pfd. unverändert in den Essig und 10 Pfd.durch Verdunstung verloren gingen. — Von dem Sauerstoffgehalt der durchdie Fässer strömenden Luft waren wahrend der Arbeit nur 0,4 bis 4,1 Vol.-Proc., im Mittel aller Beobachtungen 2 Vol.-Proc. absorbirt worden*)•Durch die Umwandlung jener 60 Pfund Branntwein in Essigsaure sind(s. S. 472 d. B.) nothwendig 4,3 E.-M. Sauerstoff verbraucht worden, welchein 20,4 E.-M. frischer Lust (von der Temperatur der Essigstube — 26° C.)enthalten sind.

Hieraus und aus der wirklich beobachteten Sauerstoffabsorption von2 Procent in den Fässern, ergiebt sich, daß im Ganzen nicht weniger als183 E.-M. Lust (von 26o C ) durch die Fässer strömten, wovon nur 20,4 E.-M. an der Essigbildung thätigen Antheil nahmen. Es ging also neunmalmehr Luft hindurch als eigentlich nothwendig war, obwohl die Temperatur derFässer stets 3° bis 7° über die der Umgebung stand.

Da die acht Eintrittsöffnungen für den Zug 1,3 Zoll Durchmesser be-sitzen und durchschnittlich vier derselben offen waren, so kann die Eintrittsge-schwindigkeit des Luftzuges in jede Oeffnung nur 2 Zoll in der Secunde be-tragen. —

Es ist sehr zu bedauern, daß die wissenschaftlichen Untersuchungen diesemGegenstände bis jetzt so fremd geblieben sind. Obgleich dahev das obige Beisp>"-sehr isolirt steht, obgleich der demselben zu Grunde liegende Betrieb nach seinenLeistungen entschieden mehk zu den mittelmäßigen, als besseren gehört undberechnete Verlust in vielen Fällen geringer ausfallen wird, so lassen sich downichts desto weniger einige allgemeine Folgerungen ziehen.

Zunächst sieht man, daß das Volum der ausströmenden Luft — zurstätigung des oben Gesagten — nicht geringer ist, als das der einströmendenLuft, und folglich kein Grund vorhanden, die oberen Oeffnungen enger als >eunteren zu machen. -

Ferner ist es einleuchtend, daß selbst bei einem Betriebe von dem doppe ^Nutzeffect immer noch eine bedeutend (vier- bis fünfmal) größere Luftmerigdurch die Fässer strömt, als streng genommen nöthig ist. Wenn man beben -daß dieses Uebermaß von Luft in doppelter Weise, nämlich durch oet !v[tcbVerdunstung und zugleich durch eine bedeutende Wärmeentziehung scha

*) Otto hat unter andere» Umständen diese Absorption zu 5 — 7 Proc. beobach