494 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. lanbwirthschaftl. Gewerbe.
trisch eine Anzahl Löcher eingebohrt, hoch genug, daß sie stets 1 bis 2 Zollüber den Spiegel der Flüssigkeit hervorragen. Die Wirksamkeit dieser Einrich-tung ist von selbst verständlich. Damit nun der Zug nicht ausschließlich inder Mitte stattfindet, müssen die oberen Zugröhren mehr nach der Peripheriehin angebracht werden.
@n a uM>« Damit ist allerdings viel verbessert, aber keineswegs das Gesammtübelgehoben und für fernere Verbesserungen bleibt noch ein weites Feld. InEngland ist die Essiggewinnung (abgesehen von der Fabrikation des Holzes-sigs) wegen der sehr hohen Besteuerung des Branntweins und Spiritus, aufMalz und Starke beschrankt. Die Starke wird zuerst mittelst Schwefelsaurein Syrup verwandelt und dieser wie die Malzwürze der Gahrung unterwor-fen. Diese gegohrenen Flüssigkeiten verwandelt man zum Theil auf dem Wegeder Schnellesstgfabrikation in Essig. Die Ausführung dieser Methode in Eng-land bildet in mehrfacher Beziehung einen interessanten Gegensatz zu der inDeutschland üblichen Weise. Die weingeistige Flüssigkeit darf man dabei nurals Uebergangs- oder Zwischenproduct auftreten lassen, d. h. keiner Destillationunterworfen werden; denn die Steuerpflichtigkeit hastet eben an dem Begriffdes Destillats. Die Verarbeitung des Essiggutes geschieht, in Essigbildnernvon schwach tonischer Gestalt, am Fuße 14', oben 15' weit und 13 Fuß hoch-also von 2145 Cubikfuß Inhalt.
Schon in diesen größeren Dimensionen liegt ein entschiedener Vortheil-weil dadurch für gleichen Inhalt eine viel kleinere Oberfläche geboten ist undsich daraus eine geringere Abkühlung oder Warmezerstreuung und eine Erspn^niß an Daubenholz ergiebt. In einem einzigen Faß der Art wird täglich (°viel Essig fertig, als bei uns in sechs Essigbildnern von 8 Fuß Höhe und ^Fuß Weite. Diese letzteren haben zusammengenommen 603 Quadratfuß Da»'benflache, jenes große 611 Quadratfuß; bei dieser fast gleichen Oberflache ver-halten sich aber die Inhalte — 2287 Cubikfuß : 603 Cubikfuß = 3,79 : *•Folglich gewahrt die englische Einrichtung fast die vierfache Ersparniß an Da»"benholz und an Warme; in dieser letzteren Beziehung ist der Effect in derThat so groß, daß man bei dem ohnehin sehr milden englischen Winter garnicht nöthig gefunden hat, die Esstgstube zu heizen. Jedes Faß hat 2 % 8"^über dem eigentlichen Boden einen falschen Boden und oben einen gut schl>^ßenden Deckel. Der Raum zwischen beiden ist — bis auf wenige Zoll —- ri-nnt Spahnen, sondern mit kleinen Holzabschnitten oder Klötzchen angefüllt-Da diese mit der Sage in etwas unregelmäßiger Gestalt geschnitten werde",so können sie sich nicht dicht auf einander legen; sie werden im Gegentheil vieregelmäßigere, besser vertheilte Zwischenräume bilden, und zwar von bleibenArt, weil sie ihre anfängliche Lage wahrend des Betriebes nicht mehr anderkönnen. . t
In einer gewissen Höhe über dem Essigbildner ist der Vorrathsbehaangebracht. Von da aus strömt das Essiggut abwärts, also mit einem gew>^sen Fall, durch ein senkrechtes Rohr in den oberen Theil des Gradirfasst -zwischen den Deckel und die Oberflache der Spähne, wo es durch ^reiche, dem englischen Biermaischprocesse entliehene Vorrichtung, welche bere