Die Essiggewimiung. 1) Aus geistigen Flüssigkeiten. 495
S. 368 d. B- beschrieben worden ist, in einem Regen vertheilt wird, der höchstgleichmäßig auf die Spahne herabrinnt. Die Unmöglichkeit, eine so vollstan-dige Vertheilung des Essiggutes auch nur entfernt mittelst der Siebbütte her-vorzubringen, erhellt von selbst.
Was den Luftwechsel betrifft, so geht derselbe in den englischen Gradir-safsern nicht nach dem Princip der Kamine von unten nach oben, sondern »er-wöge der Thätigkeit damit verbundener Luftpumpen von oben nach unten vorstch. Im Centrum des Fasses tritt durch den Boden ein weites Rohr ein,von der Einrichtung wie in Fig. 1l8, bis nahe unter den falschen Boden.Dieses ist das Luftsaugrohr, welches mit der doppeltwirkenden Pumpe, die einUmgekehrtes Baader'sches Glockengeblase ist, zusammenhangt. Die ver-rauchte Luft wird also aus dem unteren Theil des Gradirfasses aufgesaugt,wahrend die frische Luft durch die Oeffnung des Deckels von oben nachstcömt.Die verbrauchte und von der Pumpe aufgesaugte Luft ist genöthigt, beim Nie-rrgehen der Glocken durch das Sperrwasser zu entweichen, worin alle Wein-est- und Essigsäure-Dämpfe verdichtet werden.
Die Vortheile einer solchen Einrichtung liegen auf der Hand: die durchre Esstgbildung erzeugte Warme wird viel vollständiger zusammengehalten;
Zertheilung der Flüssigkeit ist viel gleichförmiger und ununterbrochen; ser-nn ist die Ventilation des Essigbildners von seinem Temperaturzustande un-abhängig gemacht, und kann so regulirt werden, wie es die Mischung und diestärke ihres Zuflusses erfordern; endlich ist der Verlust durch Verdunstung^inahe Null, weil man das Sperrwasser immer wieder zum Ansatz des Essig-Zutes benutzt. — Die Entsauerstoffung der Luft geht so weit, daß bei sehr gu-Gange ein mit Bleizuckerlösung getränkter brennender Bindfaden darinlischt, und beim mittleren Gange wenigstens ein gewöhnlicher Bindfaden nicht**% brennt.
, Es ist ohne Zweifel, besonders für unsere kleinen Fabrikanten, mißlich,alle diese Vortheile eine Betriebskraft (Dampfmaschine) voraussetzen, undch^Urch einen Kostenaufwand verursachen. Aber es lassen sich gewiß mancheet obigen Vorrichtungen an sich unserem deutschen Verfahren einverleiben,Holzabschnitte, Größe der Fässer -c. Auch die Vertheilung des GutesBesprengung muß ausführbar sein, wenn man auf zweckentsprechende^sssse das Röhrenkreuz durch den rückwirkenden Druck der ausströmenden^stgkeit in Bewegung setzt.
. Im Vorhergehenden ist, als der bei weitem herrschende Fall, die Darstel-, ^3 des Essigs aus Branntwein bei der Beschreibung zu Grunde gelegt wor-Nach dem bestehenden Betriebe unserer Landwirthschaft ist dieser Brannt-immer Kartoffelbranntwein und folglich mit dem ihm eigenthümlichen^stlöl behaftet. In der praktischen Esstgsiederei pflegt man nun den zum Es-^ bestimmten Branntwein nie zu entfuseln, weil einnmal die Erfahrung ge-ahnt, daß selbst stark fuselnder Branntwein einen Essig liefert, der von^ I^geschmack völlig frei ist. Diese auffallende Thatsache hat zuerst durch°°°reiner ihre Erklärung gefunden; denn nach diesem Forscher verwan-