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Zweiter Band.
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496 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl Gewerbe.

'sufiisi" 8 s^ das Fuselöl in den Essi'gbildnern ebenso in Baldriansaure, wie der Al-' kohol in Essigsaure, indem

1 Aeq. Amyloxydhydrat — C 10 H S2 O, aq.

4 Aeq. Sauerstoff = 0 4 aufnimmt

— C 10 H S2 O 5 , aq. und damit in

1 Aeq. Baldriansaure — C 10 H 1S () 3 , aq. und

2 Aeq. Wasser — - 0 2 zerfallt.

Die Anwendung des Branntweins hat nicht nur das für sich, daß stesich am besten der gegenwärtigen Richtung der landwirthschaftlichen Industrieanschließt; ste gewahrt auch den Vortheil, daß der Verlauf der Essigbildungam reinsten von Statten geht, am besten zu leiten ist und am wenigsten Ne-benerscheinungen und Nebenproducte auftreten. Denn bei Verarbeitung einesEssiggutes aus zuckerigen Flüssigkeiten der Frucht, oder des Malzes, bewirkendie darin vorhandenen kleberartigen und gummösen Substanzen die Abscheidungeigenthümlicher, schleimiger und gallertartiger Gebilde, welche sich an Faß"wände, Spahne rc. anlegen. Man hat Beispiele gehabt, daß ein Faß Esllssich gänzlich in eine gallertartige Masse verwandelt hat. Wenn diese Gallertein so hohem Grade überwuchert, so ist es freilich ein Fehler; indessen ist sie 111dem Grade, wie sie gewöhnlich als »Essigmutter« auftritt, von den Praktikerngern gesehen und gilt als ein Beförderungsmittel der Essigbildung. Diest^Vorurtheil beruht in der großen Menge Essig, die die Gallerte aufgesaugt ent-halt; der Essig ist aber stets das kräftigste Essigferment.

Da Die Essigmutter, die die neuere Naturforschung als eines von den nie-

essig„na»r. bersten Gebilden der Vegetation, als eine Schimmelpffanze, erkannt und nsilden systematischen Namen M)-collerma (Pers.) oder ll/^rocrnci.^ (Agardt)bezeichnet hat, bietet ein interessantes Beispiel des Zurückkehreiis eines durchZerstörung pflanzlicher Organe hervorgegangenen Körpers, der Essigsäure,organischen Form. Der Entstehung der Essigmutter geht jederzeit eine S e ‘wisse Trübheit voraus, worauf sie als schleimige Ablagerung erscheint, die si^zu einer gallertartigen, zusammenhangenden, schlüpfrigen, ziemlich strotzendenMasse entwickelt, von bald Hautartiger, bald leberartiger Form und gelblichesehr durchsichtiger Farbe. Sie enthält eine Menge aufgesaugten Essig, ^sich nur schwer durch Pressen entfernen läßt; leichter geschieht dies durch Trd ^nen zwischen Löschpapier, wobei sie nach und nach zu einer dünnen durchsch^»enden Membran einschrumpft, deren Dicke in keinem Verhältniß zum stn f sl ^liehen Volum steht. Zolldicke Essigmutterlebern schwinden zur Dünne ^Postpapiers. Wenn man die Essigmutter vor dem Trocknen zerschneidet unfleißig unter destillirtem Wasser knetet, so erhält man die Membran völligSie entwickelt durch trockene Destillation eine saure Flüssigkeit, welche,Einigen, ammoniakhaltig ist, nach Anderen nicht, mit Hinterlassungohne Aschenrückstand verbrennender Kohle. Durch die starke Mineru f»wird die Substanz der Essigmutter in der Kälte nicht angegriffen. GjM■rrirte Essigsaure löst einen stickstoffhaltigen Körper auf, ebenso Aetzkali.

Kochen mit ersterer, oder längere Digestion mit letzterem, kann der stl"!