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Zweiter Band.
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500
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G eschichtliches.

Die Ge-winnung.

Allgemeines.

500 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.

-stillation des Holzes einen spiritnm acidum auf, der nichts anderes sei, alsein gemeiner Essig, und darum Acetum lignonim heiße. Unter denselbenProdukten erwähnt Boyle in seinem Chemista scepticus (1661) den »ace-tu mit und Boerhave in seinen Hemeati» Llremiae (1732) »acida ace-tosa«. Ohne Zweifel ist also das Auftreten einer sauren Flüssigkeit bei dertrockenen Destillation des Holzes in der Mitte des 17ten Jahrhunderts bereitseine bekannte Sache gewesen; ob man aber diese Saure wirklich als Essigsaureunterschieden hatte, bleibt um deswillen ungewiß, weil in der damaligen Zeitder Ausdruck acetum nicht bloß Essig, sondern überhaupt den Begriff desSauren bezeichnete. Wenigstens in den Zeiten von Lavoisier und Four-croy, also noch am Schluß des vorigen Jahrhunderts hielt man das aridepyro - ligneux für eine eigenthümliche Saure, bis der Letztere selbst undVauquelin im Jahr 1800 nachwiesen, daß die Holzsäure nur eine unreineEssigsaure sei.

Die fabrikmäßige Gewinnung des Essigs (der Essigsäure) aus dem Holz-theer ist aus den Untersuchungen von Stoltze (in seinem Werk über die Rei-nigung und Benutzung der rohen Holzsaure, 1820) und denen von Molle-rat hervorgegangen,, dessen Erfindung im Wesentlichen das noch jept herr-schende Fabrikations-Verfahren ist.

Schon Bd. I. S. 27 sind die Erscheinungen beschrieben worden, welch?bei der Zersetzung des Holzes.durch Hitze, also durch trockene Destillation auf-treten. Es ist daselbst auseinander gesetzt worden, daß ein Theil des Kohlen-stoffs als fester Rückstand bleibt, wahrend der Rest der Holzbestandkheile theilsin Gestalt von permanenten Gasen, theils in Gestalt von Körpern ausgetri?-ben wird, welche hei der gewöhnlichen Temperatur zu Flüssigkeiten verdichtbassind. Man erhalt bei dieser Verdichtung (Bd. I. S. 38) stets zwei verschieden?Flüssigkeiten, die in der Vorlage zwei getrennte Schichten bilden. Die sp??'*fisch schwerere, der sogenannte Theer, ist dickflüssig, schwarzbraun, unduccb-sichtig, von durchdringend brandigem Geruch und ein Gemisch von zahl"^noch sehr wenig bekannten Stoffen. Einige Darunter sind flüchtige, ölarsi^Körper (Brandöl, Pyrelain, Pyrostearin) und enthalten Körper einer <* a 'deren Classe, welche den Pflanzenharzen am ähnlichsten sind (Brandhn?^Pyrretin) in Auflösung. Diese Auflösung, welche im wesentlichen den Th?ausmacht, enthält außerdem Brandextract, nebst einigen der gleich zu erwaynenden Stoffe, besonders Essigsäure. — Die specifisch leichtere Flüssigkeit ^eine Auflösung einer Anzahl Stoffe in Wasser. Einige darunter sind mnnZhaft bekannt, wie Schweitzer und Weidmann's Lylit (Gmelin's Lig"^und der Mesit dieser beiden Chemiker; andere sind genauer erforschte 0per, darunter die Essigsaure, der Holzgeist (Methyloxydhpdrat), essigsa"Methyloxd, Kreosot, Aceton.

Die Essigsäure hat eine stark ausgesprochene Verwandtschaft zu den y ^zigen Bestandtheilen des eigentlichen Theers, mit denen sie schwerer zunende Verbindungen eingeht. Aus diesem Grunde enthalt die roheFlüssigkeit, der rohe Holzessig, stets eine bemerkliche Menge von Bran ^aufgelöst, zu welcher sich noch ein Antheil des schon für sich in Wasser 0