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Zweiter Band.
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512
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Nkiniflun

des Holj>essigs

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Kestner.

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Der roheHolzgeist.

512 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschastl. Gewerbe.

, Erhitzung in den gehörigen Gränzen bleibt. Wenn nach einiger Ruhe die Zer-setzung beendigt ist, setzt sich das Glaubersalz als Krystallmehl an den Boden;die Flüssigkeit wird davon klar abgezogen und ist eine mehr oder weniger starkeEssigsaure, welche noch gegen 1 Proc. Glaubersalz und 3 — 5 Proc. essigsauresNatron aufgelöst enthalt.

Wie man sieht, wird in beiden Fallen — ob man nach der Zersetzungdes essigsauren Natrons destillirt oder nicht -— das Glaubersalz am Ende desProcesses immer wieder gewonnen, so daß wenigstens dem Princip nach einegegebene Quantität ein für allemal hinreicht. In der Praxis hat man freilichden unvermeidlichen Fabrikationsverlust zu ersetzen.

Nach der Angabe von Berzelius soll Schwartz der schwedischen Re-gierung ein einfacheres Verfahren mitgetheilt haben, wobei von der Darstellungdes essigsauren Natrons gänzlich Umgang genommen wird. Es besteht lediglichdarin, daß der essigsaure Kalk selbst geröstet und dieser nachher mit Schwefelsäurezersetzt wird. Dagegen ist zu bemerken, daß der essigsaure Kalk in der Hitze un-gleich weniger beständig ist, als das entsprechende Natronsalz, und in Folge da-von ein viel größerer Verlust an Essigsaure stattfindet. Ackermann hat jedochnachgewiesen, daß der Erfolg des Schwartz'scheu Verfahrens wesentlichdurch Zusatz von viel Kalkhydrat zu dem zu röstendenden Kalksalz gebessertwerden kann.

Kestner, der ein Verfahren zur Gewinnung einer wohlfeilen, für dieFabrikation von Bleizucker hinreichend reinen Essigsaure aufsuchte, fand, daß esfür diesen Zweck genüge, den essigsauren Kalk ohne Röstung aus einer Plattevon Gußeisen scharf zu trocknen, das trockene Salz mit Schwefelsaure }'*mischen und das Gemisch in den bekannten Cylindern mit W ou lff'scheniApparat zu destilliren, welche zur fabrikmäßigen Darstellung der Salpetersäure (Bd. I. S. 330) gebräuchlich sind.

Erhitzt man zweifach-essigsaures Kali in einer Retorte, so schmilzt dasSalz bei 148° C. und fangt bei 200° an zu sieden, wobei unter allmälig^Steigerung der Temperatur Eisessig (Essigsaurehydrat) übergeht. Zuletzt bleibtneutral essigsaures Kali zurück. Melsens räth, dieses Verhalten zur fabrik'mäßigen Darstellung von concentcirter Essigsäure in der Art zu benutzen, darman nicht zu verdünnte Saure über neutral-essigsaures Kali abdestillirt unddie zuerst übergehende schwache Saure getrennt auffangt.

Der Holzgeist.

Bei der Rectisication des Holzessigs, wie bereits erwähnt worden, ist ^zu Anfang übergehende Flüssigkeit von dem erst spater übergehenden Holzest^wesentlich verschieden. Sie besitzt einen zugleich geistigen und zugleich brenilichen Geruch, eine gelbe an der Luft aufdunklende Farbe und ist — wie 1in der Natur der Sache liegt — ein Gemenge der flüchtigeren Beimengung^des Holzessigs, in Mengenverhältnissen, welche nach dem Gang dertion, nach Beschaffenheit des Holzes rc. ziemlich wechselnd sind. Dieses fln ^tigere Destillat, der »rohe Holzgeist«, ist gut verwerthbar und wird de