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Zweiter Band.
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Gärberei. Allgemeines. 519

Sefufjrt ist. Der Eorduan (Eorllusnus, Eoräevan, Eoräehisus, Eoi-ckovei.ms;woher Lorclonnier, Schuhmacher) eine dem Saffian verwandten Lederart, kommtZwar schon im 11. Jahrhundert vor, ist aber erst durch die Araber über Spanien(der Name soll von der Stadt Corduba abgeleitet sein) nach Europa gekom-men. Was den eigentlichen Saffian (Maroquin) betrifft, so sandte der Ma-une-Minifler, Graf Maurepas, 1730 einen gewissen Granges'nach derLevante, um diese Gärberei zu studiren; nach dem von ihm eingesandten BerichtMurde im Jahre 1749 die erste Safsianfabrik Europas zu St. Hippolyke im^berelsaß angelegt. Ebenso schickte einige Jahre spater die Londoner Gesell-schaft zur Aufmunterung der Künste, zu gleichem Zwecke einen Armenier, Phi-^>ppo, nach Kleinasien, dem man wichtige Auskunft verdankt. — Bis bei-nahe zum Schluß des vorigen Jahrhunderts war die Lohgärberei ein rein em-pirisches Gewerbe, denn erst 1793 unterschied Deyeup den Garbstoff (dasTannin) als einen eigenthümlichen Körper; bestimmter noch that diesS eguin,^95, dem man überhaupt manche gute Beobachtung und die Kenntniß ver-dankt, daß das lohgahre Leder eine chemische Verbindung von Garbstoff mit derHautsubstanz ist. Genauere Kenntniß des. (Gallapfel-) Garbstoffs verdankt man^elouze seit 1834, der zuerst denselben als eine Saure erkannte.

Weißgahres Leder, und zwar das sogenannte ungarische, wurde schon indrr Mitte des 16ten Jahrhunderts in Frankreich bereitet, woselbst auch dieZitieren (französisch gahren) Handschuhleder erfunden wurden.

Die Haut der Thiere hat im natürlichen Zustande zwei Eigenschaften^,,welche ihre Anwendung zur Bekleidung und den verwandten Zwecken wesentlichschweren. Frisch bildet sie zwar eine weiche geschmeidige Decke, die aber sehr

bald

rn stinkende Faulniß übergeht; durch Trocknen verliert sie diese Fähigkeit,

^ tumpfr jedoch zu einer hornartigen, steifen, ziemlich harten Masse ein, wiez. B. beim Pergament der Fall ist. Dieser Mangel an Geschmeidigkeitin ^ 0 ,cdu *' rt «« '£ ,aut "°ch sehr beträchtlich. Die Kunst, die Haut

st öu verwandeln oder zu ->garben<- *) besteht also darin, ihr durch be-ein ^ Zubereitung und Hülfsmittel, die Eigenschaft der Faulnißwidrigkeit beibeliebigen Grad von Geschmeidigkeit zu ertheilen. Geschieht dies mittelstg, r saurehaltiger Stoffe, so unterscheidet man dies als die Loh - oder Roth-^^bexei, geschieht es mittelst Thonerdesalzen, so macht dies die Weiß- oder»^"^garberei, geschieht es endlich mit Fett, so macht dies die Sam i sch -^ ^erei aus. Das Pergament, insofern seine Zubereitung nicht auf derjr^^^bung eines besonderen Garbemittels beruht, kann nicht eigentlich zu dent e . tatt w gerechnet werden. Jene Zubereitung, so wie die Wirkung der Gar-bies"^^ beruhen wesentlich auf chemischen Erscheinungen, welche zwischenH?"' oder ihren Bestandtheilen und der Haut eintreten. Der Fall derwit b ' Ctet nur das Besondere, daß die thierische Haut kein gleichartiger,nberall gleichen Eigenschaften begabter Stoff, sondern ein sehr zusammen-

^ stimmt von «gar« ab und bedeutete ursprünglich nicht bloß Leder Ver-

ben, sondern überhaupt etwas bereiten, oder machen.