Gärberei. Die Haut. 521
Zone b zwischen Ober- und Lederhaut ist eine dem bloßen Auge sichtbare An-häufung von Talg-Drüsen.
Die Oberhaut ist, wie schon angegeben, in ihren verschiedenen Lagen nichtgleichförmig; ebenfo wenig sind es die beiden anderen Gewebe der Haut. Eswerden vielmehr von den Anatomen die drei Hauptgewebe mit folgendenuntergeordneten Gebilden unterschieden:
1. Oberhaut (Epidermis), halbdurchsichtig, aus mit Kernen versehenenZellen gebildet; gefäßlos; umfaßt
a) die Hornschichte; oberste und äußerste abgestorbene Lage, aus ver-trockneten, verhornten, plattgedrückten Zellen, daher im Ansehen einermit Steinen gepflasterten Flache gleichend; geschichtet; stößt sich fort-während an der Außenfläche ab; dünner als die vorige;
b) die Schleimschichte (Rete Malpighi); volle, mit Flüssigkeit ange-füllte und kernhaltige Zellen. Sitz der Hautfarbe bei den farbigenMenschen.
2. Lederhaut (derma; corhim)*); bläulich-, graulich - oder milchweißeSchichte, nicht aus Zellen, sondern aus Bindegewebefasern (geformtem Bin-degewebe) gebildet, welche die Hauptmasse ausmachen; enthalt zugleich kla-tsche Fasern, Kernsasern und Muskelfasern; Gefäß- und Nerven führend;Sitz der Schweiß-, der Talgdrüsen und der Haare. Beträchtlich dicker als dieOberhaut. Umfaßt
a) die intermediäre Haut (pars papillaris corii), worin das ge-formte Bindegewebe so sehr verdichtet ist, daß sich hier das Gewebekaum noch in die Elementar-Faserbündel trennen laßt. Die Oberflächebildet zahlreiche Erhöhungen, welche Nervenschlingen enthalten und denSinn des Gefühls vermitteln (Gefühlswarzchen oder Papillen). Wirdnach innen und unten immer lockerer und geht allmalig, ohne irgendscharfe Trennung, in
k>) die eigentliche Lederhaut (pars reticularis corii) über. Bisin diese erstrecken sich die Haarwurzeln; Sitz der Hautdrüsen. DasGewebe bildet Zwischenraume oder Maschen, worin Fetttröpfchen einge-schlossen sind. Nach unten auslaufende Streifen von Bindegewebefa-serbündeln vermitteln den Zusammenhang mit der nächst innnerenSchichte, nämlich dem
sj. 3. Unterhautz ellgewebe (tela cellulosa subeutanea) aus formlosem^Udegewebe, an. den meisten Körpcrstellen zahlreiche, viel Fett enthaltende. ftyttt bildend (daher auch panniculus adiposus genannt). Laßt sich von der'äentlichen Lederhaut noch leicht trennen.
« Bei der menschlichen Haut sind die einzelnen Hautgebilde am gründlich-^^lo rscht; zur E rläuterung des Obigen kann daher der Durchschnitt einer
^ ??'enholt fand in 100 Theilen Lederhaut: 32,53 Hautgewebe und Gefäße mit0H47 flüssige» Theilen und in letzteren 57,50 Wasser, 1,50 Eiweiß, außerdem nochandere, und zwar 0,83 in Alkohol und 7,60 in Wasser lösliche organische Stoffe.^ bedarf kaum der Erwähnung, daß dieses Ergebniß einen ganz zufälligen Cha-besitzt, d. h. von der anatomischen Zubereitung abhängt.
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