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Zweiter Band.
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Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.

Chemische'L> rrbalrettdrr

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Die anatomischen Bestandtheile der Haut gehören daher zur Classe der-> leimgebenden Gebilde», und die gesammte Haut löst sich aus diesemGrunde in kochendem Wasser ziemlich vollständig zu Leim auf. — In kaltemWasser verändern sich die Hauptbestandtheile nicht wesentlich; sie werden davondurchdrungen bis zur Sättigung, wobei sie in gleichem Verhältniß an Weichheitund Geschmeidigkeit zunehmen. Nach längerer Zeit tritt unvermeidlich Fäulnißein. Das verhornte Zellgewebe der Oberhaut wird durch das Einweichen inWasser so erweicht und gelockert, daß die obersten Lagen desselben zerfallen undsich zum Theil freiwillig lostrennen.

Eigenthümliche Verschiedenheiten zeigen die Formelemente der Haut inob»!,-ui/>hrem Verhalten zu Alkalien und Säuren in der Kälte. -— Die unvertrocknctenZellen der Schleimschichten der Oberhaut verlieren in Essigsaure ihre Umrisseund lösen sich, aber erst nach sehr langer Zeit, darin auf; rascher lösen sie sich inAetzkalilauge. Die verhornten, abgeplatteten Zellen der oberen Schichte quellenin Kalilösung auf, werden darin voll und rund und gewinnen dadurch ungefährdas Ansehen der natürlichen Schleimschichtzellen, widerstehen jedoch der Austösungsehr lange. — Die Fasern des Bindegewebes werden unter dem Einfluß derEssigsäure allmälig blaß, und verwandeln sich in eine durchsichtige, glasige Gablerte, worin ihre Umrisse nicht mehr unterscheidbar sind. Entfernt man die Estsigsaure durch Auswaschen mit Wasser oder Neutralisation mit Ammoniak, stwerden die Fasern in ihrer ursprünglichen Gestalt wieder hergestellt, zum Beweisdaß ihre Structur nicht aufgehört hat zu existiren, sondern nur durch Aneiwanderlegen der erweichten Oberflächen aufgehört hat, unterscheidbar zu sein. D>^selben Erscheinungen wie Essigsaure bringt auch Aetzkali hervor, nur daß sich 6 ' cFasern bei längerer Einwirkung (12 Stunden) zuletzt völlig auflösen. Auchauflösenden Kraft der Schwefelsaure und der Salzsäure widerstehen die Bi"^'gewebfasern nur eine Zeit lang. ' Dasselbe gilt für die Wände derjenigen Zellen,welche die Fetttröpfchen eingeschlossen enthalten. Die in der Lederhaut vorkoi"'menden elastischen und Formsasern widerstehen den genannten Agentien welllänger, so daß sie mittelst dieses Verhaltens ain besten beobachtet werden könne"-Eben auf diesem Verhalten zu alkalischen und sauren Flüssigkeiten beruhtzum Theil die Vorbereitungen der Haut zum Gärben; das Garben selbst af,e *auf dem eigenthümlichen Verhalten des Bindegewebes, oder was eben s° Dtesagen will, der Lederhaut, zu Agentien anderer Art. Die Bindegewebfaser verbindet sich nämlich mit den verschiedenen, zur Classe der Gärbsaure 9 ^°^Wanzenstoffen, ferner mit der Thonerde und endlich mit dem Product,aus der Einwirkung der Luft auf die fettigen Oele hervorgeht, — zu feste",Wasser unlöslichen, der Fäulniß widerstehenden Verbindungen, welche nächst &Austrocknen weder hart noch hornartig werden, sondern einen bestimmten ® ‘von Geschmeidigkeit beibehalten. Bemerkenswerth ist, daß dabei die Formeinzelnen Fasern, der Faserbündeln und des ganzen Gewebes völlig ungean

bleibt. Diese Verbindungen machen im Wesentlichen die verschiedenen

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gen des Leders aus; bevor jedoch auf die specielle Ausführung der einzelnen ^beverfahren eingegangen werden kann, ist es nöthig, zuvor die Natur derbemittel etwas näher zu beleuchten.