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Zweiter Band.
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Gärberei. Die ©ärbemiltcL

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D i e Garbemittel.

Die Unzahl der in der Lohgarberei verwendeten und anwendbaren Pflan-Knstoffe ist ziemlich beträchtlich- Sie haben gewisse Eigenschaften gemein, ins-besondere einen gewissen zusammenziehenden Geschmack, sowie die Fähigkeit,die thierische Haut in Leder zu verwandeln, und verdanken diese Eigenschafteneinem eigenthümlichen Bestandtheile, den man man früher unter dem NamenGarbestoff (Tannin) unterschied, wobei man von der Ansicht ausging, daßer in allen Pflanzen derselbe sei, aber durch die Einmischung fremder Stoffe mitverschiedenen Eigenschaften auftrete. Die spateren Forschungen, nach dem Vor-sänge von Pelouze, haben jedoch ergeben, daß das, was man vorher unter derBezeichnung Gärbstoff zusammengeworfen hatte, vielmehr eine ganze Gruppedon Pflanzensauren umfaßt, deren zahlreiche Glieder durch gewisse auszeichnendeCharaktere als Gattung verbunden, aber zugleich durch andere Eigenschaften als^rten unterschieden sind, etwa wie die der Fette, oder die der Harze. Allebiese Garbsauren kommen darin überein, daß sie die Eigenschaften einer Säure^sitzen, aber nicht sauer, sondern rein zusammenziehend schmecken und mit denMineralsauren eigenthümliche Verbindungen bilden, sie stimmen ferner in ihrer8r»ßen Verwandtschaft zur thierischen Haut und zum Leim überein. Mit demBindegewebe der ersteren bilden sie Leder, mit dem Leim, den sie aus seinen Auf-lo sungen niederschlagen, eine charakteristische, unlösliche Verbindung. Sie geben^rner mit dem Eisenoxpdsalze ausgezeichnete Niederschlage, theils schwarze (Tinte)theils grüne, deren Farbe jedoch oft von zufälligen Umstanden abhängt, und^'9 c n endlich eine große Veränderlichkeit durch den Sauerstoff der Luft. Alle^rbsauren, soweit man bis jetzt weiß, sind aus Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff^htMmengesetzt, und enthalten keinen Stickstoff. — Man pflegt die verschiedenencirbfäuren nach der Pflanze, wovon sie abstammen, mit Eichengärbsaure, Ca-'w-'/ Kinogarbsaure;c. zu bezeichnen.

^ Leider sind unsere Kenntnisse von den meisten dieser Garbsauren noch sehrund lückenhaft, und nur einigermaßen bei der Eichengärbsaure aus denvollständig, der einzigen, die bis jetzt gründlich studirt worden ist.

Die Weibchen einer gewissen Jnsectenart (Gallwespen, Cyqips) pflegenj?^lst jh^s Legestachels die weicheren Theile der Eichen zu durchbohren unde Gier in die entstandene Oeffnung zu legen. Es bildet sich durchs die Ver-^ ^dung ein krankhafter Auswuchs um die Eier herum ein Gehäuse von»vz "Substanz »dieGallapfelwelches denselben zum Aufenthalt und denden Eiern entwickelten Larven zur Nahrung dient. Das nach der Ver-^"dlung ausgebildete Jnsect bohrt ein rundes Flug- oder Schlupfloch in dieIof { at1b bcS Gehäuses und gelangt so in's Freie. Die Gallapfel sind eine gefäß-Mi 9 e Masse aus denselben Bestandtheilen wie die Mutterpflanze, sie erhal-d-n ^ t ec dadurch einen besonderen Werth, daß sie an den eigenthümlichen, inGich wichtigen Bestandtheilen, beträchtlich reicher find als die Organe der

">gec' sie sitzen. Sie sind immer von kugliger Form,'mehr oder we-

dkgelmaßig und sehr verschiedener Größe, die von der einer Erbse bis zu

Der Göirbe

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