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Zweiter Band.
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526
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Chemisch.Bistan -

526 Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.

der einer Kirsche und darüber vorkommt, ohne besonderen Geruch, von starkzusammenziehendem und zugleich bitterem Geschmack. Auf dem Bruch zeigensie eine dichte, ziemlich spröde Masse, welche meist eine concentrische Schichtungerkennen läßt und von zwei Hauten begranzt wird, nämlich von der äußernOberhaut und der inneren Bedeckung der Höhle, worin sich häufig noch dasJnsect vorfindet. Mit der Entwickelung der Gallapfel vermehrt sich ihre Masseund besonders ihr Gehalt allmälig, erreicht dann seinen Höhepunkt und ver-mindert sich von da ab, wahrscheinlich in der Periode, wo der Auswuchs denLarven zur Nahrung dient, sehr merklich. Aus diesem Grunde sind die Gall-apfel mit Fluglöchern, in der Regel leichter, weicher und hellfarbiger und imHandel viel geringer geschätzt als die noch geschlossenen, welche harter, schwererund dunkelfarbiger sind. — Im Handel kommen zahlreiche Sorten vor, die siebin Ursprung, Gehalt, Ansehen und Form, obgleich nicht immer mit Bestimmt-heit, von einander unterscheiden. Die beiden Hauptclaffen bilden die Galläpfelvon asiatischem und die von europäischem Ursprung.

Die asiatischen umfassen die besten, werthvollsten Sorten, welche von der(Zuercus infectoria Oliv. abstammen sollen, nämlich die aleppischen (von dersyrischen Stadt Aleppo), die mossu lisch en (von der Stadt Mosul am Tigris), dirtripolitanischen (von Tripoli in Syrien) und den Gallapfeln von Smyrn«(Stadt in Anatoli). Aus den Aleppo-Gallapfeln werden die kleinen kirschkerll-großen oft ausgesucht, und unter dem Namen Sorian-Gallapfel in den Ha^del gebracht. Die asiatischen Galläpfel zeichnen sich besonders durch stächet- odekdornartige, spitze Auswüchse aus, welche auf der sonst regelmäßigen Kugelobe^fläche hervorragen. Diese Sorten sind meist dunkeler, von in's Blaue »ndSchwarze gehender Farbe, und dann am geschätztesten; oft auch heller in's gelbf-Braune, Graue und Grüne gehender Farbe, zuweilen marmorirt und meist ^einem staubartigen, dünnen Anflug überzogen.

Die südeuropaischen Sorten stehen durchweg geringer im Werth; bah'"gehören aus Griechenland die Morea-Galläpfel, aus Italien die apulisefi^oder Moregne-Galläpfel, die Abruzzo-Galläpfel, die Jstrianer-; dan^die ungarischen Gallapfel. Diese Sorten sind ohne Stacheln, entweder mnetzartigen, durchTcocknen und Einschrumpfungen entstandenen Runzeln überzog^oder ganz glatt, kleiner, leichter und schwammiger als die vorigen, von ¥^ te Jaus dem Braunen und Rothbraunen ins Graue und Gelbe gehender ü at 'ebenfalls mit staubartigem Ausluge, aber in der Regel mit Fluglöchern versehe^Sie sollen von Quercus cerris L., Q. esculus L., Q. austriaca "Wild-Q. ilex L. abstammen. Selten kommen die in Frankreich von Q ■ ü exmelten noch geringeren (unter dem Namen Puisch-Galläpfel, Cassenoim Handel vor. Die deutschen Galläpfel von Q. pedunculata und robur I 1schön roth, nach dem Trocknen braun, aber die schlechtesten, und nicht reichesGarbstoff als die Blätter selbst, auf denen sie entstehen, daher fast niemalbraucht. * tf

r Die Gallapfel enthalten Eichengarbsaure, eine gelbe Säure derselben ^welche nach dem Ausziehen der Gärbsaure sich in dem unlöslichen Ru lvorfindet, nämlich die Ellag saure und, wie Guibourt vermuthet, noch