528 Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.
Dj,GaN»f-l,Ueberschuß der Mineralsäuren unlösliche Niederschlage erzeugen. Essig-/ Klee-/ombs-,>re. (x^^onen-, Bernstein-/ Wem-, Aepfel- und Milchsäure bewirken unter gleichenUmstanden keine Fällung. Ein besonderes Kennzeichen ist ihr Verhalten zuden organischen Basen und zu dem Antimonoxyd, d. h. ihre Eigenschaft, jene undden Brechweinstein aus Lösungen zu fallen. Mit Eifenoxydsalzen bildet sie denschwarzblauen Niederschlag der Tinte, nicht so mit Eisenoxydulsalzen. Siebildet mit dem Leim einen, besonders in der Wärme nicht ganz unlöslichenNiederschlag, der bei Ueberschuß von Gärbsaure zu einer weichen elastischen,membranartigen, nach dem Trocknen spröden Masse zusammenklebt.
Eine reine, verdünnte Gärbsäurelösung mit reinem Sauerstoff zusammen-gebracht, erleidet eine rasche Veränderung. Der Sauerstoff wird dabei ohneAbsorption in Kohlensäure, die Garbsaure ohne Färbung in Gallussäure ver-wandelt, die sich theilweise in Krystallen abscheidet (1 Aeq. Gärbsäurehydrat ==C 18 H 16 0 12 bildet 2 Aeq. Gallussäurehydrat — C 14 H le 0 12 , wobei 4C zu4C0 2 werden). Unter dem Einfluß der atmosphärischen Luft sind die Erschei-nungen etwas complicirker; es wird Sauerstoff absorbirt, die Flüssigkeit wirdbraun'gefärbt, wahrend sich ein grauer Bodensatz bildet. Kochendes Wasserlost daraus eine reichliche Menge Gallussäure auf und hinterläßt eine andereneugebildet« Säure, die Ellagallus- oder Ellagsäure (siehe Seite 526), welchemit der getrockneten Gallussäure gleiche Zusammensetzung hat. Beim AbdaM-psen einer Gärbsäurelösung färbt sich diese jedesmal braun und bildet eine"Bodensatz, der sich nicht wieder auflöst, wenn die trockene Masse mit Waffelübergössen wird. Die Natur dieses Absatzes ist übrigens nicht genauer bekannt-In Gegenwart derjenigen Stoffe, welche neben Garbsaure in den Gal^äpfeln enthalten sind, erleidet die Garbsaure ebenfalls eine Umänderung untelBildung von Gallussäure, aber in ganz anderer Weise, viel rascher und oh"^daß der Luftzutritt dabei nöthig ist. Diese Umänderung, welche z. B. in einet 11Galläpftlaufguß jedesmal eintritt, ist die Folge einer wirklichen Gahrung. ^bilden sich zuerst aus einem stickstoffhaltigen Körper mikroskopische, aneinandetgereihte Kügelchen, welche der Hefe in Ansehen und Verhalten sehr ähnlich l" 1und die Zersetzung der Garbsaure in Gallussäure,, und andere noch unbekannteVerbindungen veranlassen, wobei keine Kohlensäure auftritt. Die Bieshelbewirkt die Gallusgahrung ebenso, wie denn auch die Gallushefe die ge>MGahrung veranlaßt. . f
Die Säuren und Alkalien haben, je nachdem sie verdünnt oder conccn tangewendet werden, einen verschiedenen Einfluß. •
Concentrirte Schwefelsäure zerstört die Gärbsäure, wie die meistenschen Stoffe, wobei sie schwarz wird und schweflige Säure entwickelt.Niederschlage, welche Salz- und Schwefelsäure in Gärbsäurelösung erzeugt,hen beim Kochen mit verdünnter Säure fast ganz in Gallussäure über,weniger verdünnten Säuren, in eine dem Humus ähnliche Substanz ("garbsaure). . it \
Concentrirte Kalilösung verwandelt die Garbsaure in Gallussaur > yfreiem Luftzutritt in einen anderen humusartigen Stoff (dieTannomelanstiMäßig verdünnte Lauge bildet keine Gallussäure; die Flüssigkeit nimmt