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Zweiter Band.
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GLrberei. Die Gärbemittel. 529

Sauerstoffabsorption eine tief dunkelrothe Farbe an und enthalt nun einen neuen^Körper (bte Tannoxylsäure oder Rolhgarbsaure).

Ueber 1200 erhitzt bläht sich die Gärbsäure auf und entwickelt Kohlensaure;öei 210 — 215° zerfallt sie vollständig in Pyrogallussaure (O^HgOz) und Koh-^nsäure; (3 Aeq. Gärbsäure — geben 8 Aeq. Pyrogallussaure —

^48^024 und 6C0 2 ). Die Pyrogallussaure zersetzt sich aber dabei theilweise*** Wasser und Gallhuminsaure. Bei 250° erhält man nur diese beiden Pro-^Ucke und Kohlensäure.

Wie man steht, ist die Garbsaure eine fast unter allen Umstanden und'9 hohem Grade veränderliche Substanz, die mithin in den gewöhnlichen garb-Idurehaltigen Pstanzenauszügen eine sehr unsichere Existenz hat. Sie besitzt^uch in ihren Verbindungen mit den Basen Neigung zur Zersetzung, und^ar in erhöhtem Grade. Die Salze der Garbsaure sind meist unlöslich oderschwerlöslich. Mit Kali und Ammoniak bildet sie saure Salze, die ziemlich^cht, und neutrale, die schwerlöslich sind. Eine Gärbsaurelösung wird durchdlk fast ausgefällt, wobei sich schwerlöslicher, basisch gärbsaurer Kalk bildet;^ neutrale Kalksalz ist löslich. Am löslichsten ist das garbsaure Natron.

Die im Vorhergehenden mehrfach als Zersetzungsproduct der GarbsaureZahnte Gallussäure kommt auch fertig gebildet in mehreren Pflanzenstoffen^°r. Sie krystallistct leicht, da sie in heißem Wasser leicht, in kaltem schwer°slich ist; sie löst sich leichter in Alkohol als Aether. Die Krystalle sind nadel-°kmjg, seidenglänzend, farblos, geruchlos und haben einen schwach säuerlichen,^sammenziehenden Geschmack. Ihre Zusammensetzung ist ss-ü 2 0

^sprechend 90,43 Saure und 9,57 Wasser, oder 49,41 Proc. Kohlenstoff,*'53 Wasserstoff und 47,06 Sauerstoff). —

2 Gallussäure in reinem Zustande fallt den Leim nicht, dies soll jedoch bei„^sotz von Gummi geschehen. Am meisten unterscheidet sie sich von der Garb-ß,*! Ce dadurch, daß sie keiner ähnlichen Verbindung mit der Haut, wie die. ^rbsäure, fähig ist; Gallussäure kann dadurch von Gärbsäure gereinigt wer-^ ' Eisenoxydsalze bilden auch mit der Gallussäure tintenartige Färbungen,(g Brechweinstein einen ähnlichen weißen Niederschlag wie mit jener. — Dier at 5 e der Gallussäure zersetzen sich leicht, ebenso die Säuren selbst; bei Zer-^"8 durch die Hitze liefert sie dieselben Producte wie die Gärbsäure.

cj Unter dem Namen unnatürliche oder gemeine Knoppern kommt:

Gallapfel vor, welche ebenfalls durch den Stich einer Gallwespenart,ist die junge Eichel (Frucht) von Q. robur und sessiliflora entstehen.CJ*»«* verursachte Auswuchs, die Knopper, sitzt ursprünglich an der Seite8r überwuchert diese entweder vollständig, alsdann ist nur noch der

ch^^elch oder der Becher sichtbar, oder theilweise, so daß auf dem Fruchtbe-rea, bie verkümmerte Eichel aufsitzt. Die gemeinen Knoppern sind un-MMaßige, unebene, eckige, braungelbe Knollen bis zur Dicke einer Wallnuß;b ci g Ca ^ en sonst aus Kleinasien, jetzt vorzugsweise aus Ungarn. Auch das fa-rllx bereitete Knoppernextract kommt in den Handel vor und wird öfter"fälschung des Kino (s. u. S. 535) gebraucht.

ie Galläpfel-gärbsäure.

^ i * Knop-pern.Gemein«.

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