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Zweiter Band.
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530
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Natürliche

Knappern.

hinesischa llä p fe l.

Eichen-

rinde;

Lohe.

530 Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.

Die orientalischen oder natürlichen Knoppern, auch Valoniaund Eckerdoppen genannt, sind keine Wucherungen durch Jnsectenstich, sonderndie natürlichen Fruchkbecher von der auf den griechischen Inseln wachsendenQ. Aegilops, theils mit, theils ohne Frucht, im letzten Fall aber geschätzter.Diese Fruchlbecher sind äußerlich statt mit Warzen, wie die unserer einheimische«Eichen, mit weit hervorragenden, abstehenden, nicht spitzen, aber eckigen, starkenSchuppen versehen. Nach Stenhouse enthalten die Eckerdoppen etwas Gal-lussäure und viel von einer Gerbsäure, die jedoch keine Pyrogallussäure und mitSchwefelsäure nur sehr spärliche Niederschlage giebt, also von der Gallapfelgarb-saure jedenfalls wesentlich verschieden ist.

- Seit neuerer Zeit ist unter dem Namen chinesische Gallapfel eineWaare von Kanton nach Europa gekommen, welcher unter den Producten ihr"Art einen bedeutenden Rang einnehmen zu wollen scheint. Die rundlichen, un-regelmäßigen, stumpshöckerigen, hohlen Knollen, von der Form gewisser Kartoffelsorten, sollen von dem Stich einer Art Aphis auf einen Sumach (nach der wahr-scheinlichsten Annahme Rhus semialatum) hervorgebracht werden. Ihre Großewechselt von einigen Linien bis einige Zoll Durchmesser; die Höhlung ist st^weit und die Knollen daher im Verhältniß zu ihrer Größe sehr dünnwandig, bla-senartig. Die Oberflache ist mit einem gelblich grauen, fahlen Filz bedeckt, glatsiohne Stacheln und Warzen. Die Substanz selbst gleicht einer Gummi- oderHarzmasse ohne sichtbare pflanzliche Structur, ist auf der Oberflache unter derfilzigen Bedeckung röthlich, auf dem Bruch dicht, glänzend, sehr spröde und er-weicht etwas in der Hitze. Die chinesischen Gallapfel zeichnen sich durch eine"sehr hohen Gehalt an Garbstoff aus. Es fanden in 100 Theilen:

Stein.

Bley.

Eichengarbsaure

.69 ... .

69

Andere Garbsäuce .

4 Gallussäure . . .

4

Starke ....

. 8

Fett.

1 Fett mit Eiweiß und Harz

3

Iellenstoff . . .

5.

16

Feuchtigkeit . .

.13.

8

n ferner nach Stein

2 Pcoc. Asche.

Die im Vorhergehenden beschriebenen Products der Eichen sind 5 w ^L.j. 4weitem reichhaltiger als die Eichenrinde, stehen ihr aber ebensoweit antigkeit und Bedeutung nach. Die Rinde des jungen Eichenholzes ist glatt ( ö ^»Spiegelborke«), nicht rissig, oft runzlich, silberglänzend oder 9 iaU ' j,,innere Flache meist nach dem Trocknen zimmtbraun, von bitter zusanimenziev^dem Geschmack, an sich geruchlos, entwickelt aber in Wasser eingeweicht, den ^genannten Lohgeruch. Mit.fortschreitendem Alter nimmt die Rinde betrack^^an Dicke zu, springt dadurch auf, zieht tiefe Riffe, wird rauh, klüftig,die Farbe stark zu braun aufdunkelt, und in Folge des freieren Luftzutritte i (chemische Veränderung der Bestandtheile eintritt. — In der Kunstsprache ^die Eichenrinde, insbesondere im zerkleinerten Zustande, wie sie angewendet