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Zweiter Band.
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Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.

Da« Kin°. aber weniger durchsichlig, weniger glänzend und von rein adstringirendem Ge-schmack. ^

sotten. Westindisches Kino, angeblich das eingedampfte Extract aus demHolzeder u. a. auf Jamaica häufigen Coccoloba uvifera, einer Polygonee. AehnlicheKörner, wie die beiden ersten Sorten, aber oft blasig, mit einem röthlichen Pul-ver bestaubt, undurchsichtig, zugleich bitter und zusammenziehend schmeckend, nachdem Zerreiben kermesfarbig. Endlich

Neuhollandisches Kino, eingetrockneterSaft der Eucalyptus resini-fera aus der Myrtenfamilie, dem westindischen am ähnlichsten, aber auf demBruche matt, nur stellenweise glänzend, giebt ein braunes, in Wasser nur theil-weise, mit schmutzig brauner Farbe lösliches Pulver.

Statt der gewöhnlichen eckigen Körner kommt auch Kino in großen Klum-pen, sehr selten auch in Tropfenform vor.

Klnogörbföure. Die Kinogärbsaure ist (aus westindischem Kino dargestellt) in kaltem Wasserschwer, leichter in kochendem Wasser, ebenso in Alkohol, aber nicht in Aeth"löslich, und wird aus ihren Lösungen leicht von Saure gefallt. Sie bildet einerothe, gummiartige, durchsichtige Masse, fallt den Brechweinstein nicht, aber dieEisenoxydsalze graugrün und liefert keine Pyrogallussaure. Vauquelin will75 Proc. Garbsaure in Kino gefunden haben; Stenhouse konnte keine Gablussaure (im afrikanischen) nachweisen.

Bablah. Die Schoten mehrerer Arten Acacia, besonders cinerea, arabica, Sopbor 3urtbBambobla, sind unter dem Namen Bablah als Garbemittel bekannt. DttßcSchoten sind ziemlich flach, gegliedert, zwischen den Gliedern stark eingeschnursiso daß sie perlschnurartig aussehen, äußerlich mit einem mausgrauen, staubart>°gen Filz überzogen, und enthalten noch die Samen. Sie sind nicht naher un-tersucht, sollen aber viel Garbstoff und noch mehr Gallussäure enthalten, "N^geben, nach Chevreul, die indischen 49 Proc., die vom Senegal 57 Proc. ,nWasser lösliche Stoffe. Es sind davon ziemlich übertriebene Anpreisungen S*'macht worden.

Divi -Divi.

Wichtiger als das Bablah scheinen die unter dem Namen Divi-div^i oderDibi-Dibi bekannten Schoten der Caesalpinia coriaria 'Wild. in der Garberzu werden. Sie sind zuerst 1768 von Earaccas aus nach Spanien gekomMund werden neuerdings von Earthagena nach England eingeführt. Die ®^ D .jenes 12 — 30 Fuß hohen, strauchartigen, in Südamerika, auch in Äama>einheimischen Baumes sind gegen 3 Zoll lang, % Zoll breit, fast Lförmigdie hohe Kante gekrümmt, nicht gegliedert, meist wurmstichig, von^rothbrauFarbe, glatt oder etwas gerunzelt, ohne filzigen Ueberzug. Nur die äußere >der Schoten schmeckt adstringirend, nicht die innere Bedeckung. Sie cnt ^j neviel Schleim, viel fertig gebildete Gallussäure und in reichlicher MengeGarbsaure, die, getrocknet und destillirt, keine Pyrogallussaure liefert.

Die Materialien der Weißgarberei, der Alaun und das Kochsalz,in der Sämischgacberei angewendeten Fette, sind schon in früheren Abschdieses Werkes ausführlich beschrieben worden.