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Zweiter Band.
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Gärberei. Die Rothgärberei.

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1) Die Rothgärberei.

Die Beschaffenheit der Haut hangt zwar zunächst von der Art des Thieres D>ab, von dem sie stammt, ist aber bei demselben Thiere je nach der LebensweiseUnd dem Körpertheil sehr verschieden. Nach einem bekannten Gesetz richtet sichdie Hautdicke mehr nach der Familie und Gattung, als nach der Körpergrößeeines Thieres; wenn es daher auch öfter zutrifft, daß größere Thiere eine stärkereHaut besitzen und umgekehrt, so ist dies doch durchaus keine zuverlässige Regel.Die Familie der Dickhäuter (Pachydermen) umfaßt zwar die größten Landthiere,tou Elephant, Rhinoceros, aber auch andere von weniger als mittlerer Größe,Nne der Tapir rc. Ebenso sind die Wiederkäuer nicht nur durch Dicke, sondernauch durch Festigkeit ihrer Haut ausgezeichnet, während ihnen die Einhufer beigleicher und überwiegender Körpergröße entschieden nachstehen. So ist die Hautdes Pferdes unverhältnismäßig dünn und sehr schwammig; auch die des Eselsentspricht nicht ganz seiner Größe. — Die Erfahrung hat gelehrt, daß die Festig-keit des Hautgcwebes, die kernige Beschaffenheit, nicht bloß nach der Art desThieres verschieden ist, sondern auch bei demselben Thiere nach der Lebensart.Das wildeRindvieh übertrifft das zahme und bei diesem ist die Haut wieder festerdei freier Weide, als bei offener Stallsütterung. Nach einer anderen allgemein^kannten Erfahrung endlich wechselt die Beschaffenheit der Haut desselben Thie-je nach der Körperbeschaffenheit sehr beträchtlich; sie ist an den Extremitäten,besonders aber am Bauch, bis um die Hälfte dünner, als in der Mitte des Rückensam Kopf. Bei dem Rindvieh gehen die dickeren Theile noch ziemlich gleich-mäßig in die dünneren über, beim Esel sind Abwechslungen in der Dicke, selbstdem Rücken, auffallend schroff, bei dem Pferde nimmt die Dicke ebenfallsüblich, aber nur an einer beschränkten Stelle auf der Gruppe, auf dem.soge-^Unten »Spiegel«, zu. Bei den kleineren Thieren sind die Dickenunterschiede°nigec in die Augen fallend; doch will man bei den Schafen gefunden haben,

3 eine starke Entwickelung des Vließes eine schwächere Haut und ein schwacher^sstenwuchs eine stärkere Haut bedeute.

Wenn auch die Haut aller Vierfüßler zur Lederbereitung brauchbar ist, so^stßt doch die Kleinheit, die Seltenheit oder der Nutzen als Pelzthiere, die großeMehrheit aus und beschränken sich diejenigen, welche regelmäßig dem großen Be-^ c f der Lederbereitung dienen, auf eine mäßige Zahl. Unter diesen nimmt dasschlecht des Rindviehes bei weitem den ersten Rang ein. Die große Verbrei-^ dieses Geschlechts als Hausthier und im wilden Zustande gewährt der Gär-«ine reiche und unversiegbare Quelle an Rohmaterial, und zwar von einerstz"/ allerwichtigsten Producte, die als unersetzbar zu betrachten ist. Die

^ c sten und schwersten Häute liefert das wilde Rindvieh der amerikanischenj (Wildhaute, Buenos-Ayres-Häute), die in Maffe durch den Handel be-^"H'krden; merklich leichter sind die Häute des zahmen Schlachtrindviehes.Und f -' bm * tic & nct sich die Haut der Ochsen und Stiere durch Dicke, Starkefeineres Korn vor den Kuhhäuten aus. Jene werden daher vorzugsweise