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Zweiter Band.
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538
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538 Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.

Di< Hsutr. zur schwersten Ledergattung, zu Sohlenleder, benutzt*). Die Kalbhaute sind dünnerals die Kuhhäute, aber stärker als die Haute der meisten anderen Thiere ähnlicherGröße, und geben ein durch Geschmeidigkeit und Festigkeit ausgezeichnetes, unddeshalb vorzugsweise zum Oberleder der Fußbekleidung dienendes Product. Ledervon Pferdehaut ist nur für einige Zwecke, besonders für Sattlerarbeit brauchbar.Die Häute von ausgewachsenen Ziegen liefern die feinen Sorten von Saffian.Seltener kommen Hunde- und Schweinshäute (zu Satteln) vor.

Das Abhäuttn. Der Werth einer Haut kann beim Abstreifen durch die schneidenden Werk-zeuge bedeutend beschädigt werden, welche nöthig sind, um das Zellgewebe allerOrten vom Fleische zu trennen; denn man ist trotz aller Aufmerksamkeit nichtimmer im Stande, »Fehlschnitte«-, d. h. Schnitte in die eigentliche Haut, zu ver-meiden. Bei der Einrichtung, die Weeger dem Abhäutemesser, Fig. 132, ge-Fig. 132. geben hat, ist diese Gefahr

beinahe als beseitigt anzusehen.Auf die Klinge ab des Flei-schermessers von der gewöhn-lichen Form ist eine, 1 Liniedicke Schutzplatte e mittelst derSchrauben d d so befestigt,daß die Schneide der Klingeüber die Kante der Schuhplaktey 4 Linie hervorragt. Beim Gebrauch des Messers befindet sich die Schutzplattezwischen der Klinge und der Haut und schützt so die letztere; beim Scharfen derKlinge schlägt man den Deckel zurück, wie die punktirte Linie zeigt. — Ebenso-viel, vielleicht noch mehr Sicherheit gewahrt die besonders von Frankreich ausgt-gangene, sehr zu empfehlende Methode des Abhäutens mit dem Blasebalg. Ma"macht am Bauch des Thieres in derjenigen Linie, nach welcher man die Hautnachher aufschlitzt, drei kleine Schnitte, je einen am Mittelfleisch, auf der Brustund am Halse, löst die Haut um jedes Loch herum mit einem krummen, stuu^pfen Eisenstabe soviel als thunlich ab, und setzt in diese Oeffnungen nach einanderdie Düse eines gewöhnlichen Blasebalgs ein. Die eingetriebene Luft vertheilsich nun, zwischen der eigentlichen Haut und dem Fleische, im Zellgewebe und ver-ursacht ein starkes Anschwellen desselben. Durch Schlagen mit einem hölzernenStäbe wird die Vertheilung der Luft unter der ganzen Haut befördert und schonstellenweise eine Trennung derHaut von der Unterlage bewirkt. Ist dieselbe Oporauo"an allen drei Einschnitten wiederholt, so ist der Zusammenhang der Hautdem Körper zum Theil aufgehoben, jedenfalls aber durch die gewaltsame Atreibung des Zellgewebes so gelockert, daß die völlige Trennung der Haut nmehr durch eine leichte und rasche Führung des Messers und mit großer Sichoheit bewerkstelligt werden kann. Das Aufblasen dauert 10, das ganze30 Minuten. Von wie großem Belang die Erzielung schnittfteierdürfte schon aus dem einzigen Umstände erhellen, daß die Gärber in ^"ris I"lich 20,000 Fr. an Prämien (10 Cent. für jede solche Haut) bezahlen, un

®) Kuhhäute, zu leichten Sommersohlen gegärbt, find unter dem Namen

bekannt und verschieden von den Vachettes, welche zu Chaisendecken u. dgl.